Man glaubt es nicht, was die Pilger in unserer Herberge so alles liegenlassen. Kleidungsstuecke und Kosmetika bringe ich 2 Tage spaeter zum Obdachlosen-Asyl etwa 400 Meter von unserer Herberge entfernt. Die Sozialarbeiter und die Obdachlosen freuen sich darueber.
Das vergessene Handy
Neulich hat jemand sein Handy bei uns vergessen. Gluecklicherweise war es nicht gesperrt. Es war aber leider schon ziemlich entladen. Ich musste mich also beeilen, um den Eigentuemer ausfindig zu machen. Ich habe also die Adressliste geoeffnet. Es waren alles englische Namen. Der Eigentuemer musste also aus einem englischsprachigen Land kommen.
Aber aus welchem Land? Es haette Grossbritannien, Australien, die USA, Kanada oder irgend ein anderes englischsprachiges Land sein koennen.
Ein Anruf bei jemanden aus seiner Liste waere also sinnlos gewesen.
Wegen des Zeitunterschiedes waere mein Anruf vielleicht mitten in der Nacht gewesen und derjenige haette tief geschlafen und sein Handy ausgeschaltet.
Ich habe also versucht, eine SMS abzuschicken.
Aber Ihr kennt vielleicht die Tuecken bei dem Verfassen einer SMS. Es gibt die Texterkennung und dazu die Textvervollstaendigung. Ich konnte jedenfalls nur Unsinn abschicken. Kurz darauf kam eine englische Nachricht an den Eigentuemer des Handys und darin wurde er gefragt, ob er so frueh an Morgen schon besoffen sei.
Am naechsten Tag war ein junger Englaender in unserer Herberge. Der konnte mit den Handy umgehen. Als erstes oeffnete er das Handy und schaute nach dem Chip. Daran konnte er erkennen, dass das Handy einen Vertrag aus Grossbritannien hatte. Daraufhin verschickte er eine Nachricht mit der Telefon-Nummer unserer Herberge an den Freund des Verlierers. Tatsaechlich! Der Verlierer rief uns an und sagte mir, dass ich das Handy zur Pilgerherberge in Burgos schicken sollte.
Der hat also nun sein Handy wieder! Er hat sich aber nicht bedankt! Aber so sind die jungen Leute heutzutage nun mal!
Die vergessene Brille.
Heute morgen fanden wir beim Reinemachen eine Brille. Die beiden Maenner, die in diesem Raum geschlafen hatten, waren bereits vor 15 Minuten gegangen. Ich hatte also keine Chance, sie einzuholen.
Ich bin also zur Bushaltestelle gelaufen und habe den Bus zum naechsten 5 km entfernten Dorf (Cizur Menor) genommen. Dort habe ich auf dem Dorfplatz gewartet. Hier mussten die beiden vorbeikommen!
Mit der Zeit kamen alle Pilger, die in unserer Herberge geschlafen hatten, vorbei. Die wunderten sich, dass ich dort wartete.
Endlich kamen die beien Maenner vorbei. Ich habe die beiden in die Dorfbar gelotst und ihnen gesagt: "Einer von Euch beiden muss mir einen ausgeben!"
Die waren ganz verduzt! Als ich ihnen in der Kneipe die Brille uebergab, waren sie mir sehr dankbar und haben mir selbstverstaendlich und freudig einen ausgegeben.
Mittwoch, 31. Oktober 2007
Dienstag, 30. Oktober 2007
Anspruchsvolle Pilger
Gestern hatten wir 3 anspruchsvolle Pilger. Eine Frau und 2 Maenner. Die sagten, dass sie wenig Geld haetten und sich daher keine Restaurant-Besuche leisten koennen. Sie baten darum, ob sie sich in unserer Kueche ihr Abendessen zubereiten duerften. Unsere Kueche ist sehr klein. Sie verfuegt nur ueber 2 schlappe Kochplatten. Deshalb ist sie nicht geeignet, dass die Pilger ihr Essen darin zubereiten. Aber unsere Hospitalera Ursula hatte Mitleid mit ihnen und erlaubte es ihnen. Sie gingen dann in die Stadt.
Erst um 8 Uhr kamen sie zurueck. Dannn begannen sie zu kochen! Aber nicht etwa zusammen sondern jeder kochte fuer sich. Die Kueche war bis 22:00 Uhr von denen beschlagnahmt. Sie gingen ungeniert in unsere Vorratskammer und bedienten sich ohne zu fragen an unseren Voraeten. Sie haben die Kueche verdreckt zurueckgelassen. Eine Unverschaemtheit!!
Eigentlich trifft Ursula am Abend die Vorbereitungen fuer das Fruehstueck. Das ging nun nicht. Ursula ist vor Wut ins Bett gegangen.
Erst um 8 Uhr kamen sie zurueck. Dannn begannen sie zu kochen! Aber nicht etwa zusammen sondern jeder kochte fuer sich. Die Kueche war bis 22:00 Uhr von denen beschlagnahmt. Sie gingen ungeniert in unsere Vorratskammer und bedienten sich ohne zu fragen an unseren Voraeten. Sie haben die Kueche verdreckt zurueckgelassen. Eine Unverschaemtheit!!
Eigentlich trifft Ursula am Abend die Vorbereitungen fuer das Fruehstueck. Das ging nun nicht. Ursula ist vor Wut ins Bett gegangen.
Montag, 29. Oktober 2007
Die Pilgersaison neigt sich dem Ende zu.
eil sich die Pilgersaison dem Ende zuneigt, haben wir nur noch wenige Gaeste. Es waren in den letzten Naechten nur zwischen 4 und 6 Pilger. Das reicht gerade mal um unsere Reinmachefrau zu bezahlen.
Keine Spanier sondern Basken!
Heute kamen 2 Pilger ins Haus. Ich fragte sie: Seid Ihr Spanier? Die Antwort war: Nein, Basken!
Keine Spanier sonden Katalanen!
3 Pilger kamen anschliessend rein und sie sagten, dass sie keine Spanier sonden Katalanier seien.
Das ist so, als ob man einen Schotten fragen wuerde, ob er Englaender sei. Dagegen wuerde er heftig protestieren. Er sei Schotte nnd nicht Englaender!!
Last mit den Kleinkriminellen!
Die Kleinkriminellen fallen uns zur Last. Vorgestern nachmittag stellten wir fest, das ein Sprayer unsere Hauswand und sogar unsere Fenster beschmiert hat. Wir haben davon nichts mitbekommen, obwohl wir im Hause waren.
Gestern Nachmittag hat uns ein deutsches Ehepaar besucht. Der Mann war im Sommer den Camino gegangen und war jetzt mit seiner Frau im Wohnmobil auf dem Camino unterwegs, um ihr dem Camino zu zeigen.
Er hat nur eine halbe Stunde mit uns geplaudert. Dann kam er aufgeregt zurueck. Man hat die Scheibe in seinem Wohnmobil zertruemmert, das Radio, sein Mobil-Telefon, ein Fernglas und weitere Dinge gestohlen. Und das auf einem oeffentlichem Parkplatz am hellen Nachmittag innerhalb nur von 30 Minuten!!
Der Dieb hat diesem Ehepaar ihre Camino-Reise wohl endgueltig verdorben!!
Wir duerfen unsere Waesche und die der Pilger nicht ueber Nacht auf der Leine lassen. Die wird dort heruntergerissen und in den Fluss geworfen.
Keine Spanier sondern Basken!
Heute kamen 2 Pilger ins Haus. Ich fragte sie: Seid Ihr Spanier? Die Antwort war: Nein, Basken!
Keine Spanier sonden Katalanen!
3 Pilger kamen anschliessend rein und sie sagten, dass sie keine Spanier sonden Katalanier seien.
Das ist so, als ob man einen Schotten fragen wuerde, ob er Englaender sei. Dagegen wuerde er heftig protestieren. Er sei Schotte nnd nicht Englaender!!
Last mit den Kleinkriminellen!
Die Kleinkriminellen fallen uns zur Last. Vorgestern nachmittag stellten wir fest, das ein Sprayer unsere Hauswand und sogar unsere Fenster beschmiert hat. Wir haben davon nichts mitbekommen, obwohl wir im Hause waren.
Gestern Nachmittag hat uns ein deutsches Ehepaar besucht. Der Mann war im Sommer den Camino gegangen und war jetzt mit seiner Frau im Wohnmobil auf dem Camino unterwegs, um ihr dem Camino zu zeigen.
Er hat nur eine halbe Stunde mit uns geplaudert. Dann kam er aufgeregt zurueck. Man hat die Scheibe in seinem Wohnmobil zertruemmert, das Radio, sein Mobil-Telefon, ein Fernglas und weitere Dinge gestohlen. Und das auf einem oeffentlichem Parkplatz am hellen Nachmittag innerhalb nur von 30 Minuten!!
Der Dieb hat diesem Ehepaar ihre Camino-Reise wohl endgueltig verdorben!!
Wir duerfen unsere Waesche und die der Pilger nicht ueber Nacht auf der Leine lassen. Die wird dort heruntergerissen und in den Fluss geworfen.
Freitag, 26. Oktober 2007
Voelkerverstaendigung an der Basis
Wir Hospitaleros verbreiten den Ruf unserer Stadt und unseres Landes in alle Welt. Ich habe viele Verlage angeschrieben, das sie bitte unsere Herberge in ihre Pilgerfuehrer aufnehmen. Die Casa Paderborn steht bereits in Pilgerfuehrern in vielerlei Sprachen. Ein japanischer Pilger zeigte mir sogar den Namen "Casa Paderborn" in seinem japanischen Pilgerfuehrer.
Unser Gaestebuch ist voll von Lob der Pilger aus allen Nationen und in vielen Sprachen.
Wir haben hier Menschen aus vielerlei Laendern und Kulturen. Es waren sogar 2 Maedchen aus Israel unsere Gaeste. Sie waren praktizierende Juedinnen. Eigentlich ist die Kueche nicht geeignet, dass die Pilger Ihr Essen darin zubereiten. Sie baten aber unsere Hospitalera Ursula, ob sie sich wohl in unserer Kueche ihr koscheres Mahl zubereiten duerften. Das wurde ihnen selbstverstaendlich erlaubt.
Die beiden waren so unbedarft, dass sie sich in ihrer Heimat Israel keinen Pilgerfuehrer gekauft hatten. Sie glaubten, dass sie sich hier einen Pilgerfuehrer auf Englisch kaufen konnten. Nix da. Hier gibt es selbst in der groessten Buchandlung der Stadt keinen Pilgerfuehrer auf Englisch. Ich habe sie darauf mit einem Pilgerfuehrer auf Englisch versorgt, den ein frueherer Pilger bei uns liegen gelassen hat.
Die Arbeit als Hospitalero ist kein Zuckerschlecken!! Um 5:30 aufstehen und ab 6:00 Uhr das Fruehstueck fuer die Pilger zubereiten. Kurz nach 6:00 Uhr stehen die ersten hungrigen Pilger im Speiseraum. Eigentlich sollten die letzten Pilger die Herberge um 8:00 Uhr verlassen haben. Aber es gibt immer einige Troedler, die erst um 8:30 Uhr abmarschieren. Alle Pilger muessen verabschiedet werden und auf die Schwierigkeiten der kommenden Etappe hingewiesen werden.
Ab 8:30 beginnen wir mit der Reinigung des ganzen Hauses. Das ist eine wahre Keulerei!! Danach muessen Einkaeufe getaetigt werden (Brot, Butter, Marmelade fuer das Fruehstueck, Toilettenpapier und so weiter).
Waehrend dieser Zeit muss immer einer von uns im Hause sein, da bereits am Vormittag die ersten Pilger eintreffen. Wir bieten denen an, ihre Rucksaecke in unserem Keller abzustellen und sich danach auf Entdeckungsreise durch Pamplona zu begeben. So gegen 12:00 haben wir unser Mittagessen. Um 13:00 oeffnen wir die Herberge. Danach treffen langsam die Pilger ein. Sie muessen eingecheckt und mit den Regeln unserer Herberge vertraut gemacht werden. Danach wird ihnen ihr Bett zugewiesen.
Um 22:00 schliessen wir die Herberge und fallen dann totmuede auf unsere Pritsche. Aber es gibt hin und wieder auch Pilger, die sich am Abend in der Stadt verlaufen und darum zu spaet kommen und dann noch Einlass begehren. Wir wollen ja nicht so ganz herzlos sein und und einer von uns steht dann auf und laesst diese verspaeteten Gaeste noch ein.
Obwohl unsere Herberge erst am 1. April 2006 eroeffnet wurde, ist sie auf dem Camino wegen ihrer Gemuetlichkeit und der Herzlichkeit der Hospitaleros beruehmt. Wir Hospitaleros sind wahrlich die Botschafter unserer Stadt und unseres Landes hier.
Die Einladung zu der Veranstaltung des deutsch-spanischen Vereins habe ich von einem einheimischen Freund und Foerderer unserer Herberge erhalten.
Ich habe erst gezoegert, ob ich dort hingehen sollte. Ich hatte ja keine angemessene Kleidung dabei. Wer nimmt schon einen dunklen Anzug und eine Krawatte auf den Camino? ;-)
Ich habe aber trotzden die Gelegenheit beim Schopfe gefasst. So konnte ich vielen Einheimischen von der Existenz unserer Casa Paderborn und unserer Arbeit als Hospitaleros berichten.
Dass zu diesem Ereignis auch eine Delegation der Stadt Paderborn kommen wuerde, war mir nicht bekannt. Wie denn auch? Ich war dann total baff, als ich unter den Gaesten den ehemaligen Kollegen Manfred Schlaffer sah. Ich war ja 31 Jahre lang Beamter der Stadt Paderborn.
Mit ihm war noch ein anderer Kollege gekommen, den ich nicht kannte. Ich habe die beiden eingeladen, doch auch in unsere Herberge zu einen kurzen Besuch zu kommen. Aber deren Terminkalender war picke-packe voll und sie hatten keine Zeit dazu.
Wie kann es eigentlich angehen, dass eine offizielle Delegation der Stadt Paderborn hier eintrifft und wir wissen nichts davon und die wissen nichts von uns und unserer herberge "Casa Paderborn"? Das ist eigentlich beschaemend, dass wir so links liegengelassen wurden! Nicht nur beschaemend fuer die Stadt! Sowas schmerzt auch die Hospitaleros und Hospitaleras, dass sie mit derartiger Nichtachtung gestraft werden!! Wir setzen uns durch unsere ehrenamtliche Arbeit und sogar mit unserem finanziellen Einsatz fuer die Voelkerverstaendigung ein! Dazu muss man wissen, das wir ehrenamtlichen Helfer nicht nur unser gemuetliches Zuhause fuer diese Zeit aufgeben und unter primitiven Umstaenden hier leben muessen und auch noch die schwere Arbeit leisten. Wir erhalten von unserer Jakobusgesellschaft einen Verpflegungszuschuss von 10 Euro pro Tag. Die Kosten fuer die An- und Abreise zahlen wir aus eigener Tasche.
Unser Gaestebuch ist voll von Lob der Pilger aus allen Nationen und in vielen Sprachen.
Wir haben hier Menschen aus vielerlei Laendern und Kulturen. Es waren sogar 2 Maedchen aus Israel unsere Gaeste. Sie waren praktizierende Juedinnen. Eigentlich ist die Kueche nicht geeignet, dass die Pilger Ihr Essen darin zubereiten. Sie baten aber unsere Hospitalera Ursula, ob sie sich wohl in unserer Kueche ihr koscheres Mahl zubereiten duerften. Das wurde ihnen selbstverstaendlich erlaubt.
Die beiden waren so unbedarft, dass sie sich in ihrer Heimat Israel keinen Pilgerfuehrer gekauft hatten. Sie glaubten, dass sie sich hier einen Pilgerfuehrer auf Englisch kaufen konnten. Nix da. Hier gibt es selbst in der groessten Buchandlung der Stadt keinen Pilgerfuehrer auf Englisch. Ich habe sie darauf mit einem Pilgerfuehrer auf Englisch versorgt, den ein frueherer Pilger bei uns liegen gelassen hat.
Die Arbeit als Hospitalero ist kein Zuckerschlecken!! Um 5:30 aufstehen und ab 6:00 Uhr das Fruehstueck fuer die Pilger zubereiten. Kurz nach 6:00 Uhr stehen die ersten hungrigen Pilger im Speiseraum. Eigentlich sollten die letzten Pilger die Herberge um 8:00 Uhr verlassen haben. Aber es gibt immer einige Troedler, die erst um 8:30 Uhr abmarschieren. Alle Pilger muessen verabschiedet werden und auf die Schwierigkeiten der kommenden Etappe hingewiesen werden.
Ab 8:30 beginnen wir mit der Reinigung des ganzen Hauses. Das ist eine wahre Keulerei!! Danach muessen Einkaeufe getaetigt werden (Brot, Butter, Marmelade fuer das Fruehstueck, Toilettenpapier und so weiter).
Waehrend dieser Zeit muss immer einer von uns im Hause sein, da bereits am Vormittag die ersten Pilger eintreffen. Wir bieten denen an, ihre Rucksaecke in unserem Keller abzustellen und sich danach auf Entdeckungsreise durch Pamplona zu begeben. So gegen 12:00 haben wir unser Mittagessen. Um 13:00 oeffnen wir die Herberge. Danach treffen langsam die Pilger ein. Sie muessen eingecheckt und mit den Regeln unserer Herberge vertraut gemacht werden. Danach wird ihnen ihr Bett zugewiesen.
Um 22:00 schliessen wir die Herberge und fallen dann totmuede auf unsere Pritsche. Aber es gibt hin und wieder auch Pilger, die sich am Abend in der Stadt verlaufen und darum zu spaet kommen und dann noch Einlass begehren. Wir wollen ja nicht so ganz herzlos sein und und einer von uns steht dann auf und laesst diese verspaeteten Gaeste noch ein.
Obwohl unsere Herberge erst am 1. April 2006 eroeffnet wurde, ist sie auf dem Camino wegen ihrer Gemuetlichkeit und der Herzlichkeit der Hospitaleros beruehmt. Wir Hospitaleros sind wahrlich die Botschafter unserer Stadt und unseres Landes hier.
Die Einladung zu der Veranstaltung des deutsch-spanischen Vereins habe ich von einem einheimischen Freund und Foerderer unserer Herberge erhalten.
Ich habe erst gezoegert, ob ich dort hingehen sollte. Ich hatte ja keine angemessene Kleidung dabei. Wer nimmt schon einen dunklen Anzug und eine Krawatte auf den Camino? ;-)
Ich habe aber trotzden die Gelegenheit beim Schopfe gefasst. So konnte ich vielen Einheimischen von der Existenz unserer Casa Paderborn und unserer Arbeit als Hospitaleros berichten.
Dass zu diesem Ereignis auch eine Delegation der Stadt Paderborn kommen wuerde, war mir nicht bekannt. Wie denn auch? Ich war dann total baff, als ich unter den Gaesten den ehemaligen Kollegen Manfred Schlaffer sah. Ich war ja 31 Jahre lang Beamter der Stadt Paderborn.
Mit ihm war noch ein anderer Kollege gekommen, den ich nicht kannte. Ich habe die beiden eingeladen, doch auch in unsere Herberge zu einen kurzen Besuch zu kommen. Aber deren Terminkalender war picke-packe voll und sie hatten keine Zeit dazu.
Wie kann es eigentlich angehen, dass eine offizielle Delegation der Stadt Paderborn hier eintrifft und wir wissen nichts davon und die wissen nichts von uns und unserer herberge "Casa Paderborn"? Das ist eigentlich beschaemend, dass wir so links liegengelassen wurden! Nicht nur beschaemend fuer die Stadt! Sowas schmerzt auch die Hospitaleros und Hospitaleras, dass sie mit derartiger Nichtachtung gestraft werden!! Wir setzen uns durch unsere ehrenamtliche Arbeit und sogar mit unserem finanziellen Einsatz fuer die Voelkerverstaendigung ein! Dazu muss man wissen, das wir ehrenamtlichen Helfer nicht nur unser gemuetliches Zuhause fuer diese Zeit aufgeben und unter primitiven Umstaenden hier leben muessen und auch noch die schwere Arbeit leisten. Wir erhalten von unserer Jakobusgesellschaft einen Verpflegungszuschuss von 10 Euro pro Tag. Die Kosten fuer die An- und Abreise zahlen wir aus eigener Tasche.
Dienstag, 23. Oktober 2007
Festakt des Deutsch-Spanischen Vereins
Hier gibt es einen Deutsch-Spanischen Verein. Gestern, am Montag, 22.10.07 wurde zum 15. mal die deutsch spanischen Kulturwochen begonnen. Die Veranstaltung fand in einem praechtigen Festsaal oberhalb des beruehmten Cafés "Iruña" stattt. Das Café Iruña bruestet sich, dass Hemmingway hier verkehrt hat. Das bedeutet aber hier in Pamplona nicht viel. Hemmingway hat auf seinen Sauftouren durch Pamplona viele Kneipen aufgesucht.
Das Café Iruñna an sich ist bereits eine Sehenswuerdigkeit. Ein wunderbarer Saal im Jugendstil.
Oberhalb dieses Cafés befindet sich ein praechtiger Festsaal. Grosse Kristall-Spiegel und auch grosse und prachtvolle Kristalleuchter. Die hoelzerne Kassettendecke wird von hoelzernen Figuren getragen . Der gesamte Saal steht unter Denkmalschutz!
Es waren hochrangige Vertreter aus Politik und Kultur anwesend. Sogar ein Vertreter des deutschen Botschafters aus Madrid und der hiesige Konsul. Auch 2 Vertreter der Stadt Paderborn waren anwesend. Es wurden Reden ueber Voelkerfreundschaft usw geschwungen. Die meisten Anwesenden waren recht festlich gekleidet. Und ich in meinem Trekinganzug mitten drin. Aber ich leide ja nicht gerade an mangelndem Selbstwertgefuehl. Ich habe mich deshalb erdreistet, gegenueber dem Vertreter des Botschafters zu erwaehnen, dass nicht die Promis in ihren schwarzen Anzuegen und mit den edlen Krawatten, die die grossen Reden vor handverlesenem Publikum schwingen, die Traeger der Voelkerverbindung seien sondern wir kleinen in unseren Treckinganzuegen, die mitten unter der einheimischen Bevoelkerung leben. Er musste mir recht geben.
Anschliessend gab es ein kleines Bankett sogar mit Freibier :-)
Das Café Iruñna an sich ist bereits eine Sehenswuerdigkeit. Ein wunderbarer Saal im Jugendstil.
Oberhalb dieses Cafés befindet sich ein praechtiger Festsaal. Grosse Kristall-Spiegel und auch grosse und prachtvolle Kristalleuchter. Die hoelzerne Kassettendecke wird von hoelzernen Figuren getragen . Der gesamte Saal steht unter Denkmalschutz!
Es waren hochrangige Vertreter aus Politik und Kultur anwesend. Sogar ein Vertreter des deutschen Botschafters aus Madrid und der hiesige Konsul. Auch 2 Vertreter der Stadt Paderborn waren anwesend. Es wurden Reden ueber Voelkerfreundschaft usw geschwungen. Die meisten Anwesenden waren recht festlich gekleidet. Und ich in meinem Trekinganzug mitten drin. Aber ich leide ja nicht gerade an mangelndem Selbstwertgefuehl. Ich habe mich deshalb erdreistet, gegenueber dem Vertreter des Botschafters zu erwaehnen, dass nicht die Promis in ihren schwarzen Anzuegen und mit den edlen Krawatten, die die grossen Reden vor handverlesenem Publikum schwingen, die Traeger der Voelkerverbindung seien sondern wir kleinen in unseren Treckinganzuegen, die mitten unter der einheimischen Bevoelkerung leben. Er musste mir recht geben.
Anschliessend gab es ein kleines Bankett sogar mit Freibier :-)
Sonntag, 21. Oktober 2007
Nochmal der falsche Baske
Hier in Pamplona sieht man viel mehr Maenner mit Baskenmuetze.
Ich habe inzwischen einige Worte Baskisch gelernt. Wenn ich in eine Bar oder einen Laden reinkomme gruesse ich auf baskisch. Die Einheimischen grinsen dann breit.
Sowas schafft Pluspunkte!
Das Wetter hier ist herrlich. 15 Grad und Sonnenschein. Die Leute sitzen in den Strassencafes. Soeben habe ich mit 2 Fahrradfahrern gesprochen. sie sagten, dass in Roncesvalles in 950 m Hoehe (Dem ersten Ort auf spanischem Boden in den Pyrieneen) die Landschaft unter einer Schneedecke liegt.
Die Pilgersaison neigt sich ihrem Ende zu. Gestern hatten wir nur 3 Gaeste. Dann wird es langsam langweilig. Aber ich habe im Hause immer was zu tun.
Ich habe inzwischen einige Worte Baskisch gelernt. Wenn ich in eine Bar oder einen Laden reinkomme gruesse ich auf baskisch. Die Einheimischen grinsen dann breit.
Sowas schafft Pluspunkte!
Das Wetter hier ist herrlich. 15 Grad und Sonnenschein. Die Leute sitzen in den Strassencafes. Soeben habe ich mit 2 Fahrradfahrern gesprochen. sie sagten, dass in Roncesvalles in 950 m Hoehe (Dem ersten Ort auf spanischem Boden in den Pyrieneen) die Landschaft unter einer Schneedecke liegt.
Die Pilgersaison neigt sich ihrem Ende zu. Gestern hatten wir nur 3 Gaeste. Dann wird es langsam langweilig. Aber ich habe im Hause immer was zu tun.
Samstag, 20. Oktober 2007
Zusammenarbeit mit den Einheimischen
Ich lege immer grossen Wert darauf, mich mit den Einheimischen gut zu stellen.
Etwa 300 m weiter in derselben Strasse ist ein Obdachlosenasyl. Dort bringe ich immer die Dinge hin, die die Pilger bei uns vergessen oder einfach zuruecklassen. Z.B. Kosmetikartikel oder zu schwere Kleidungsstuecke. Die Sozialarbeiter dort und die Obdachlosen freuen sich ueber die dinge. Ich habe inzwischen einen guten Draht zu den Sozialarbeitern.
Dann gibt es neben unserer Herberge einen grossen Sportclub. Dort ist auch ein Bistro. Im letzten Jahr habe ich mit dem Paechter dieses Bistros ein Abkommen geschlossen, dass Pilger aus unserer Herberge einen Sonderpreis erhalten.
Inzwischen hat der Paechter gewechselt. Die Herbergseltern vor mir teilten mir mit, dass sie das Lokal nicht mehr empfehlen koennen. Das Essen sei schlecht und zu teuer. Und zudem muss man den Wein extra bezahlen.
Ich also hin. Habe mich mit meinem spanischen Namen "Joaquin" vorgestellt. Der Wirt heisst Fermin. Ich habe mit ihm verhandelt, dass er fuer die Pilger unserer Herberge einen Sonderpreis macht. Wir kamen ueberein, dass unsere Pilger ein komplettes Menue mit 3 Gaengen und einen halben Liter Wein und Brot fuer 8 Euro bekommen.
Am naechsten Tag hatten wir 10 Pilger. Alle nahmen das Angebot zum Abendessen an.
Ich bin hingegangen um mich von der Qualitaet des Menues zu ueberzeugen.
Der Wirt und die Kelnerin strahlten ueber alle Backen. Die Pilger sassen alle an einem Tisch und genossen ihr Pilgermenue. Die waren mit dem Essen SEHR zufrieden.
Der Wirt hat sich sehr bei mir bedankt und mir einen 4-stoeckigen Congnac eingegossen!
Etwa 300 m weiter in derselben Strasse ist ein Obdachlosenasyl. Dort bringe ich immer die Dinge hin, die die Pilger bei uns vergessen oder einfach zuruecklassen. Z.B. Kosmetikartikel oder zu schwere Kleidungsstuecke. Die Sozialarbeiter dort und die Obdachlosen freuen sich ueber die dinge. Ich habe inzwischen einen guten Draht zu den Sozialarbeitern.
Dann gibt es neben unserer Herberge einen grossen Sportclub. Dort ist auch ein Bistro. Im letzten Jahr habe ich mit dem Paechter dieses Bistros ein Abkommen geschlossen, dass Pilger aus unserer Herberge einen Sonderpreis erhalten.
Inzwischen hat der Paechter gewechselt. Die Herbergseltern vor mir teilten mir mit, dass sie das Lokal nicht mehr empfehlen koennen. Das Essen sei schlecht und zu teuer. Und zudem muss man den Wein extra bezahlen.
Ich also hin. Habe mich mit meinem spanischen Namen "Joaquin" vorgestellt. Der Wirt heisst Fermin. Ich habe mit ihm verhandelt, dass er fuer die Pilger unserer Herberge einen Sonderpreis macht. Wir kamen ueberein, dass unsere Pilger ein komplettes Menue mit 3 Gaengen und einen halben Liter Wein und Brot fuer 8 Euro bekommen.
Am naechsten Tag hatten wir 10 Pilger. Alle nahmen das Angebot zum Abendessen an.
Ich bin hingegangen um mich von der Qualitaet des Menues zu ueberzeugen.
Der Wirt und die Kelnerin strahlten ueber alle Backen. Die Pilger sassen alle an einem Tisch und genossen ihr Pilgermenue. Die waren mit dem Essen SEHR zufrieden.
Der Wirt hat sich sehr bei mir bedankt und mir einen 4-stoeckigen Congnac eingegossen!
Mittwoch, 17. Oktober 2007
Die Casa Paderborn in Pamplona
Hier will ich mal etwas ueber die Casa Paderborn in Pamplona berichten.
Im Jahre 1998 hat sich der Freundeskreis der Jakobuspilger Paderborn konstituiert. Am 23.05.2002 erhielten wir die kirchliche Approbation durch den Erzbischof von Paderborn, Johannes Joachim Kardinal Degenhardt und am 05.06.2002 wurde unser Freundeskreis an die Universale Erzbruderschaft des Apostels Santiago (Archicofradía Universal del Apóstol Santiago) in Santiago de Compostela angeschlossen
Die Staedte Pamplona und Paderborn sind seit vielen Jahren Partnerstaedte.
Als im Jahre 2005 ein staedtisches Haus, in dem vormals der verstorbenen Veterinaer wohnte, leer stand, bestand die Berfuerchtung, dass das unbewohnte Haus in kurzer Zeit zur Ruine wird. Das Haus war urspruenglich das Wohnhaus des Muellers der Muehle nur 100 Meter flussaufwaerts.
Die Stadt hat im Rahmen der Staedtepartnerschaft unserer beiden Staedte unserem Freundeskreis der Jakobuspilger das Haus als Pilgerherberge angeboten.
Unser leider viel zu frueh verstorbene Praesident Prof. Dr. theol. Herr hat viele schlaflose Naechte verbracht um dieses Angebot anzunehmen.
Schliesslich hat er zugegriffen. Seit 1. April 2006 betreiben wir in diesem Haus unsere Pilgerherberge "Casa Paderborn".
Die Stadt Pamplona hat uns dieses Haus kostenlos zur Verfuegung gestellt. Sie zahlt sogar die Kosten fuer Strom, Wasser und Abwasser. Wir muessen nur das Oel fuer die Heizung und das Warmwasser bezahlen und das Haus ausruesten und betreiben.
Mitglieder unseres Vereins gehen fuer 3 Wochen nach Pamplona um als Ehrenamtliche Dienst an den Pilgern zu tun.
Die Casa Paderborn
Das Problem ist nur: Das Haus steht unmittelbar am der Muehlenunflut des Rio Arga. Und der Fluss fuerht regelmaessig im Fruehjahr zur Zeit der Schneeschmelze in den Pyreneen Hochwaser und dann wird der Keller ueberflutet. Wir muessen vor der Schliessung in der Winterzeit alles hoch auf den Dachboden schleppen.
Im Jahre 1998 hat sich der Freundeskreis der Jakobuspilger Paderborn konstituiert. Am 23.05.2002 erhielten wir die kirchliche Approbation durch den Erzbischof von Paderborn, Johannes Joachim Kardinal Degenhardt und am 05.06.2002 wurde unser Freundeskreis an die Universale Erzbruderschaft des Apostels Santiago (Archicofradía Universal del Apóstol Santiago) in Santiago de Compostela angeschlossen
Die Staedte Pamplona und Paderborn sind seit vielen Jahren Partnerstaedte.
Als im Jahre 2005 ein staedtisches Haus, in dem vormals der verstorbenen Veterinaer wohnte, leer stand, bestand die Berfuerchtung, dass das unbewohnte Haus in kurzer Zeit zur Ruine wird. Das Haus war urspruenglich das Wohnhaus des Muellers der Muehle nur 100 Meter flussaufwaerts.
Die Stadt hat im Rahmen der Staedtepartnerschaft unserer beiden Staedte unserem Freundeskreis der Jakobuspilger das Haus als Pilgerherberge angeboten.
Unser leider viel zu frueh verstorbene Praesident Prof. Dr. theol. Herr hat viele schlaflose Naechte verbracht um dieses Angebot anzunehmen.
Schliesslich hat er zugegriffen. Seit 1. April 2006 betreiben wir in diesem Haus unsere Pilgerherberge "Casa Paderborn".
Die Stadt Pamplona hat uns dieses Haus kostenlos zur Verfuegung gestellt. Sie zahlt sogar die Kosten fuer Strom, Wasser und Abwasser. Wir muessen nur das Oel fuer die Heizung und das Warmwasser bezahlen und das Haus ausruesten und betreiben.
Mitglieder unseres Vereins gehen fuer 3 Wochen nach Pamplona um als Ehrenamtliche Dienst an den Pilgern zu tun.
Die Casa Paderborn
Das Problem ist nur: Das Haus steht unmittelbar am der Muehlenunflut des Rio Arga. Und der Fluss fuerht regelmaessig im Fruehjahr zur Zeit der Schneeschmelze in den Pyreneen Hochwaser und dann wird der Keller ueberflutet. Wir muessen vor der Schliessung in der Winterzeit alles hoch auf den Dachboden schleppen.
Montag, 15. Oktober 2007
Die afrikanische Taufe
In der Altstadt von Pamplona betreibt in einem Kellerraum ein junges schwarzafrikanisches Paar einen Telefonladen und ein Internet-Café. Bereits bei meinem letzten Aufenthalt war ich haeufiger Gast in deren Laden. Ich habe mich mit den Leuten sogar ein bisschen angefreundet. Auch bei meinem jetzigen Aufenthalt gehe ich regelmaessig dort hin, wenn ich mal was im Internet tun will um diese junge Paar zu unterstuetzen.
Die Frau ist mit ihrem Kind den ganzen Tag in dem Laden, waehrend der Mann tagsueber auf dem Bau arbeitet.
Sie gehoeren einer Pfingstler-Gemeinde an. Dass ist eine amerikanische evangelikale Sekte. Die missionieren sehr stark in Afrika. Der Laden ist auch der Treffpunkt fuer die hiesige afrikanische Pfingstler-Gemeinde.
Gestern (am Sonntag) wollte ich wieder bei denen ins Internet. Der Laden war geschlossen. Doch durch die Tuer hoerte ich Halleluja, Halleluja und Amen, Amen rufen.
Ich oeffnete die Tuer und trat ein. Der massige Mann an der Tuer wollte mich gleich wieder rausschieben. Als ich ihm aber sagte, dass ich das Paar kenne, das den Laden betreibt, liess er mich ein.
Der Laden war pickepacke voll von Afrikanern in ihren prachtvollen Gewaendern. Die Frauen trugen auf dem Kopf praechtige und kunstvoll gefaltete Kopfhauben.
Es stellte sich heraus, das das junge Paar, das den Laden betreibt, zu ihrem kleinen Maedchen noch einen Jungen bekommen hat. Der wurde gerade getauft.
Ich muss noch erwaehnen, dass die Frau 3 1/2 Jahre in Deutschland gelebt hat und ein leidliches Deutsch spricht. Ich habe sei gefragt, ob sie ihr Deutsch in Sprachkursen gelernt hat. Nein sagte sie, auf der Strasse! Da wunderte ich mich aber sehr. In unserem Lande leben viele Einwanderer seit mehr als 30 Jahren, die kaum einige Worte Deutsch koennen!
Als sie mich am Ende der Feier sah, kam sie sofort auf mich zu und begruesste mich herzlich auf Deutsch. Dann stiess auch noch der Ehemann dazu und begruesste mich ebenso herzlich auf Englisch.
Ich war der einzige Weisse in der Menge und die anderen Gaeste wunderten sich, dass ich so herzlich von den Gastgebern begruesst wurde.
Die Frau ist mit ihrem Kind den ganzen Tag in dem Laden, waehrend der Mann tagsueber auf dem Bau arbeitet.
Sie gehoeren einer Pfingstler-Gemeinde an. Dass ist eine amerikanische evangelikale Sekte. Die missionieren sehr stark in Afrika. Der Laden ist auch der Treffpunkt fuer die hiesige afrikanische Pfingstler-Gemeinde.
Gestern (am Sonntag) wollte ich wieder bei denen ins Internet. Der Laden war geschlossen. Doch durch die Tuer hoerte ich Halleluja, Halleluja und Amen, Amen rufen.
Ich oeffnete die Tuer und trat ein. Der massige Mann an der Tuer wollte mich gleich wieder rausschieben. Als ich ihm aber sagte, dass ich das Paar kenne, das den Laden betreibt, liess er mich ein.
Der Laden war pickepacke voll von Afrikanern in ihren prachtvollen Gewaendern. Die Frauen trugen auf dem Kopf praechtige und kunstvoll gefaltete Kopfhauben.
Es stellte sich heraus, das das junge Paar, das den Laden betreibt, zu ihrem kleinen Maedchen noch einen Jungen bekommen hat. Der wurde gerade getauft.
Ich muss noch erwaehnen, dass die Frau 3 1/2 Jahre in Deutschland gelebt hat und ein leidliches Deutsch spricht. Ich habe sei gefragt, ob sie ihr Deutsch in Sprachkursen gelernt hat. Nein sagte sie, auf der Strasse! Da wunderte ich mich aber sehr. In unserem Lande leben viele Einwanderer seit mehr als 30 Jahren, die kaum einige Worte Deutsch koennen!
Als sie mich am Ende der Feier sah, kam sie sofort auf mich zu und begruesste mich herzlich auf Deutsch. Dann stiess auch noch der Ehemann dazu und begruesste mich ebenso herzlich auf Englisch.
Ich war der einzige Weisse in der Menge und die anderen Gaeste wunderten sich, dass ich so herzlich von den Gastgebern begruesst wurde.
Freitag, 12. Oktober 2007
Das Guggenheim-Museum
Hola Amigos.
Vorgestern war hier ein wunderschoener Tag. Ich habe das gute Wetter genutzt und bin an die Atlantik-Kueste gefahren. Bilbao liegt ca. 20 km flussaufwaerts im Binnenland. Das war ein herrlicher Tag! Am Fischereihafen habe ich mir ein leckeres Fischgericht gegoennt.
Gestern war wieder wunderbares Wetter. Ich bin zu Fuss zum Guggenheimmuseum gegangen. Ich erobere mir fremde Staedte am liebsten zu Fuss. Do bekommt man am besten die Atmosphaere einer Stadt mit.
Es war herrliches Wetter. In den grossen und sehr gepflegten Parks sassen die Rentner, genossen die Sonne und schauten den Spatzen zu.
Weil es Feiertag war, war die Stadt in morgendlicher Stille. Ich habe meinen Spaziergang so richtig genossen.
Ich war bereits am Museum, als es gerade geoeffnet wurde. Der Besucheransturm hatte noch nicht eingesetzt.
Ich bin ja kein grosser Musenfreund. Für die Malerei interressiere ich mich wenig. Deshalb habe ich mehr das gigantische Bauwerk bewundert.
Wenn Ihr selbst mal das grandiose Gebaeude sehen wollt. Hier ist der Link zu einem
virtuellen Besuch
Ganz besonders beeindruckt war ich von den riesigen Stahl-Installationen.
Das Werk besteht aus grossen begehbaren Objekten aus rund 5 Meter hohen und 5 cm dicken Stahlplatten. Die sind ganz unsymmetrisch geformt. Wenn man dort hindurchgeht, wird einem ganz schwindlig.
Hasta la vista.
Jochen
Jetzt will ich mal meinen Rucksack packen und dann langsam zum Busbahnhof schlendern. Die Busfahrt nach Pamplona dauert rund 2 Stunden.
Vorgestern war hier ein wunderschoener Tag. Ich habe das gute Wetter genutzt und bin an die Atlantik-Kueste gefahren. Bilbao liegt ca. 20 km flussaufwaerts im Binnenland. Das war ein herrlicher Tag! Am Fischereihafen habe ich mir ein leckeres Fischgericht gegoennt.
Gestern war wieder wunderbares Wetter. Ich bin zu Fuss zum Guggenheimmuseum gegangen. Ich erobere mir fremde Staedte am liebsten zu Fuss. Do bekommt man am besten die Atmosphaere einer Stadt mit.
Es war herrliches Wetter. In den grossen und sehr gepflegten Parks sassen die Rentner, genossen die Sonne und schauten den Spatzen zu.
Weil es Feiertag war, war die Stadt in morgendlicher Stille. Ich habe meinen Spaziergang so richtig genossen.
Ich war bereits am Museum, als es gerade geoeffnet wurde. Der Besucheransturm hatte noch nicht eingesetzt.
Ich bin ja kein grosser Musenfreund. Für die Malerei interressiere ich mich wenig. Deshalb habe ich mehr das gigantische Bauwerk bewundert.
Wenn Ihr selbst mal das grandiose Gebaeude sehen wollt. Hier ist der Link zu einem
virtuellen Besuch
Ganz besonders beeindruckt war ich von den riesigen Stahl-Installationen.
Das Werk besteht aus grossen begehbaren Objekten aus rund 5 Meter hohen und 5 cm dicken Stahlplatten. Die sind ganz unsymmetrisch geformt. Wenn man dort hindurchgeht, wird einem ganz schwindlig.
Hasta la vista.
Jochen
Jetzt will ich mal meinen Rucksack packen und dann langsam zum Busbahnhof schlendern. Die Busfahrt nach Pamplona dauert rund 2 Stunden.
Mittwoch, 10. Oktober 2007
Der falsche Baske
Ich habe es nicht gerne wenn ich schon von weitem als Tourist erkannt werde. Deshalb versuche ich im Ausland durch unauffaellige Kleidung in der Menge unterzutauchen.
Da ich hier im Baskenland bin, habe ich mich als Baske verkleidet. Ich habe meine echte Baskenmuetze, die ich aus Pamplona mitgebracht hatte, aufgesetzt. Dann kam aber die Enttaeuschung! Ich habe keinen anderen Mann mit Baskenmuetze gesehen!
Ich glaube, ich war der einzige der eine Baske trug. Nur einmal: Als ich eine Bar betrat sprach der Barkeeper mich zuerst auf baskisch (Euskara) und dann auf Hochspanisch (Castillano) an. Er war ganz verwundert, dass ein Baskenmuetzentraeger ihn nicht versteht. Er hielt mich dann aber fuer einen Franzosen. Ich liess ihn in dem Glauben.
Nun zwei traurige Erlebnisse:
Das leere Weihwasserbecken in der Kathedrale.
In der Kathedrale fand ich das Weihwasserbecken leer. Wie die meisten von Euch wisssen, gibt es in kath. Kirchen am Eingang ein Weihwasserbecken. Beim Betreten der Kirche tunkt man seine Fingerspitzen in das Weihwaser und bekreuzigt sich damit. Eine Art Tauferneuerung.
Da die Kuesterin gerade in der Naehe war, machte ich sie auf das trockene Weihwasserbecken aufmerksam. Da sagte sie mir: Das muesssen wir trocken lassen,
Die Drogensuechtigen waschen darin ihr Drogenbesteck in der irrigen Meinung, das "Heilige Wasser" bewahre sie vor ansteckenden Krankheiten. Dann bleiben auch manchmal die Sritznadeln zurueckm an denen sich die Kirchenbesucher verletzen und evtl. anstecken koennten.
Der (mutmassliche) afrikanische Drogendealer
Kurz nach Verlassen der Kathedrale wurde ich Zeuge eine Jagd der Polizei auf einen (vermutlichen) Drogendealer. Zwei Polizisten rannten hinter einem Schwarzen hinterher. Mitten auf der verkehrsreichen Strasse holten sie ihn ein und warfen ihn zu Boden. Sie drueckten ihn auf das Plaster um ihn trotz seiner heftigen Gegenwehr zu fesseln. Danach durchsuchten sie ihn. Ich sah, dass die Polizisten ein dickes Geldbuendel aus seiner Hosentasche fischten. Die ganze Zeit schrie der Mann herzerweichend in seiner Sprache. Der arme Kerl tat mir so leid, als er dort hilflos auf der Strasse lag und 2 Polizisten auf seinem Ruecken knieten und er so jaemmerlich schrie. Schliesslich wurde er abtransportiert und der Verkehr konnte weiter normal laufen.
Die Spanier haben grosse Last mit der illegalen Einwanderung. Wir sehen ja staendig im Fernsehen die vielen aufgegriffenen Einwanderer. Das ist aber nur die Spitze des Eisberges. Wieviele kommen unentdeckt an den zerkluefteten Kuesten an Land und verkruemeln sich dann ins Binnenland.
Die stehen dann unter grossem Druck. Solch eine Schleusung kostet jede Menge Geld. Ich habe mal gehoert, so zwischen 10.000 und 20.000 Euro und mehr. Da haben ganze Familien-Clans zusammengelegt um solche Schleusung zu finanzieren.
Es gibt ja eine florierende "Schleusungs-Industrie".
Die Faminlienmitglieder geben das viele Geld ja nicht aus Naechstenliebe fuer den geschleusten aus. Nein, sie erwarten, ihr Geld mit Zins und Zinseszins zurueck zu bekommen. Und dann hat er evtl. auch noch die Aufgabe, Geld fuer die Schleusung eines anderen Familienmitgliedes zu beschaffen.
Wie soll so jemand an soviel Geld kommen? Zumal er illegal im Lande ist und keine ordentliche Arbeit aufnehmen kann?
Die Schwarzarbeit entweder in der Landwirtschaft oder auf dem Bau ist bereits von ebenfalls illegal hier lebenden Latein-Amerikanern oder Leuten aus dem ehemaligen Ostblock besetzt. Auch der potentielle Arbeitgeber fuer die Schwarzarbeiter nimmt natuerlich solche hellhaeutigen Leute lieber, weil sie wegen ihrer weissen Hautfarbe weniger auffallen.
Was bleibt einem illegalen schwarzen Einwanderer also uebrig: Der Drogenhandel!
Aber was bleibt aber andererseits dem spanischen Staat uebrig, als den Drogenhandel mit allen seinen schlimmen Nebenwirkungen zu bekaempfen!
Da ich hier im Baskenland bin, habe ich mich als Baske verkleidet. Ich habe meine echte Baskenmuetze, die ich aus Pamplona mitgebracht hatte, aufgesetzt. Dann kam aber die Enttaeuschung! Ich habe keinen anderen Mann mit Baskenmuetze gesehen!
Ich glaube, ich war der einzige der eine Baske trug. Nur einmal: Als ich eine Bar betrat sprach der Barkeeper mich zuerst auf baskisch (Euskara) und dann auf Hochspanisch (Castillano) an. Er war ganz verwundert, dass ein Baskenmuetzentraeger ihn nicht versteht. Er hielt mich dann aber fuer einen Franzosen. Ich liess ihn in dem Glauben.
Nun zwei traurige Erlebnisse:
Das leere Weihwasserbecken in der Kathedrale.
In der Kathedrale fand ich das Weihwasserbecken leer. Wie die meisten von Euch wisssen, gibt es in kath. Kirchen am Eingang ein Weihwasserbecken. Beim Betreten der Kirche tunkt man seine Fingerspitzen in das Weihwaser und bekreuzigt sich damit. Eine Art Tauferneuerung.
Da die Kuesterin gerade in der Naehe war, machte ich sie auf das trockene Weihwasserbecken aufmerksam. Da sagte sie mir: Das muesssen wir trocken lassen,
Die Drogensuechtigen waschen darin ihr Drogenbesteck in der irrigen Meinung, das "Heilige Wasser" bewahre sie vor ansteckenden Krankheiten. Dann bleiben auch manchmal die Sritznadeln zurueckm an denen sich die Kirchenbesucher verletzen und evtl. anstecken koennten.
Der (mutmassliche) afrikanische Drogendealer
Kurz nach Verlassen der Kathedrale wurde ich Zeuge eine Jagd der Polizei auf einen (vermutlichen) Drogendealer. Zwei Polizisten rannten hinter einem Schwarzen hinterher. Mitten auf der verkehrsreichen Strasse holten sie ihn ein und warfen ihn zu Boden. Sie drueckten ihn auf das Plaster um ihn trotz seiner heftigen Gegenwehr zu fesseln. Danach durchsuchten sie ihn. Ich sah, dass die Polizisten ein dickes Geldbuendel aus seiner Hosentasche fischten. Die ganze Zeit schrie der Mann herzerweichend in seiner Sprache. Der arme Kerl tat mir so leid, als er dort hilflos auf der Strasse lag und 2 Polizisten auf seinem Ruecken knieten und er so jaemmerlich schrie. Schliesslich wurde er abtransportiert und der Verkehr konnte weiter normal laufen.
Die Spanier haben grosse Last mit der illegalen Einwanderung. Wir sehen ja staendig im Fernsehen die vielen aufgegriffenen Einwanderer. Das ist aber nur die Spitze des Eisberges. Wieviele kommen unentdeckt an den zerkluefteten Kuesten an Land und verkruemeln sich dann ins Binnenland.
Die stehen dann unter grossem Druck. Solch eine Schleusung kostet jede Menge Geld. Ich habe mal gehoert, so zwischen 10.000 und 20.000 Euro und mehr. Da haben ganze Familien-Clans zusammengelegt um solche Schleusung zu finanzieren.
Es gibt ja eine florierende "Schleusungs-Industrie".
Die Faminlienmitglieder geben das viele Geld ja nicht aus Naechstenliebe fuer den geschleusten aus. Nein, sie erwarten, ihr Geld mit Zins und Zinseszins zurueck zu bekommen. Und dann hat er evtl. auch noch die Aufgabe, Geld fuer die Schleusung eines anderen Familienmitgliedes zu beschaffen.
Wie soll so jemand an soviel Geld kommen? Zumal er illegal im Lande ist und keine ordentliche Arbeit aufnehmen kann?
Die Schwarzarbeit entweder in der Landwirtschaft oder auf dem Bau ist bereits von ebenfalls illegal hier lebenden Latein-Amerikanern oder Leuten aus dem ehemaligen Ostblock besetzt. Auch der potentielle Arbeitgeber fuer die Schwarzarbeiter nimmt natuerlich solche hellhaeutigen Leute lieber, weil sie wegen ihrer weissen Hautfarbe weniger auffallen.
Was bleibt einem illegalen schwarzen Einwanderer also uebrig: Der Drogenhandel!
Aber was bleibt aber andererseits dem spanischen Staat uebrig, als den Drogenhandel mit allen seinen schlimmen Nebenwirkungen zu bekaempfen!
Dienstag, 9. Oktober 2007
Der Camino ruft mich wieder
Hallo Freunde.
Ich werde fuer 3 Wochen in unserer Pilgerherberge Casa Paderborn als Hospitalero (Herbergsvater) Dienst an den Pilgern tun.
Unsere Herberge schliesst fuer die Winterpause am 31.10. Dann muss das Haus winterfest gemacht werden. Wiedereroeffnung ist am 01.04.2008.
Vorher werde ich mich noch einige Tage in Bilbso herumtreiben.
Ich hatte einen guten Flug. Um 11:00 Uhr gings mit Air Berlin nach Palma de Mallorca und nach kurzem Aufenthalt in einer anderen Maschine nach Bilbao.
Ich hatte eine Liste mit einigen Unterkuenften in Pensionen und kleinen Hotels in der Innenstadt.
Dann habe ich mich aber entschlossen, es zunaechst mit der hiesigen Jugendherberge zu versuchen. Bingo!! Ein Volltreffer. Ein tolles Haus mit 140 Betten und viel Luxus. Sogar Internet gratis. Ich habe ein wunderschoenes Zweibettzimmer fuer mich alleine. Traumhafter Blick ueber den Hafen bis hin zum Atlantik. Und das Lichtermeer in der Nacht!!
Pro Nacht zahle ich 17 Euro einschliesslich Fruehstueck (allerdings "spanisches Fruehstueck", 2 Scheiben Toast, ein kleines Paeckchen Margarine und Marmelade und dazu noch Kaffee und Orangensaft).
Ich habe mich daher entschlossen, hier 3 Naechte zu verbringen. Ob ich noch eine 4. Nacht bleiben kann, ist ungewiss. Das Wochenende ist hier ein grosser statlicher Feiertag. Die Herberge ist deshalb uebers Wochenende voll belegt. Aber ich kenne mich ja aus: Es gibt immer wieder kurz vor dem Termin noch Absagen. Und in diese Luecke kann ich reinspringen!
Leider ist es heute trueb und leichter Nieselregen. Deshalb werde ich heute einen Museumstag einlegen.
Gruss
Jochen
Ich werde fuer 3 Wochen in unserer Pilgerherberge Casa Paderborn als Hospitalero (Herbergsvater) Dienst an den Pilgern tun.
Unsere Herberge schliesst fuer die Winterpause am 31.10. Dann muss das Haus winterfest gemacht werden. Wiedereroeffnung ist am 01.04.2008.
Vorher werde ich mich noch einige Tage in Bilbso herumtreiben.
Ich hatte einen guten Flug. Um 11:00 Uhr gings mit Air Berlin nach Palma de Mallorca und nach kurzem Aufenthalt in einer anderen Maschine nach Bilbao.
Ich hatte eine Liste mit einigen Unterkuenften in Pensionen und kleinen Hotels in der Innenstadt.
Dann habe ich mich aber entschlossen, es zunaechst mit der hiesigen Jugendherberge zu versuchen. Bingo!! Ein Volltreffer. Ein tolles Haus mit 140 Betten und viel Luxus. Sogar Internet gratis. Ich habe ein wunderschoenes Zweibettzimmer fuer mich alleine. Traumhafter Blick ueber den Hafen bis hin zum Atlantik. Und das Lichtermeer in der Nacht!!
Pro Nacht zahle ich 17 Euro einschliesslich Fruehstueck (allerdings "spanisches Fruehstueck", 2 Scheiben Toast, ein kleines Paeckchen Margarine und Marmelade und dazu noch Kaffee und Orangensaft).
Ich habe mich daher entschlossen, hier 3 Naechte zu verbringen. Ob ich noch eine 4. Nacht bleiben kann, ist ungewiss. Das Wochenende ist hier ein grosser statlicher Feiertag. Die Herberge ist deshalb uebers Wochenende voll belegt. Aber ich kenne mich ja aus: Es gibt immer wieder kurz vor dem Termin noch Absagen. Und in diese Luecke kann ich reinspringen!
Leider ist es heute trueb und leichter Nieselregen. Deshalb werde ich heute einen Museumstag einlegen.
Gruss
Jochen
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