Dienstag, 29. Mai 2007

Wunderscheoene Etappen: Triacastela, Kloster Samos bis Sarría

Eigentlich sollte die Etappe Triacastela - Sarría mit 20 km in einer Etappe zu schafffen sein. Aber als ich beim Kloster Samos gegen 11:00h ankam, hatte ich einfach keine Lust mahr, weiterzugehen. ausserdem wollte ich mir auch wieder mal das Kloster anschauen.
Ab Triacastela gibt es 2 Wegealternativen: Die historische ueber Calvor oder die schoenere ueber Kloster Samos. Ich habe mich fuer Kloster Samos entschieden. Zunaechst ging es 3 km ueber die Landstrasse. Das war recht spektakulaer, weil die Strasse durch eine enge Felsenschlucht geht.
Nach 3 km ging es durch ein winziges Dorf. Die Dorfstrasse war gerade so breit, dass ein PKW durchpasste. Vor mir war gerade eine Kuhherde ueber dei Dorfstrasse gegangen. Die hatten die ganze Strassenbreite in Anspruch genommen. Alle Kuehe hatten den Duennpfiff. Ihr koennt euch vorstellen, wie da der Strassenzustand war.
Aha, deshalb trugen die Dorfbewohner alle Gummistiefel!
Was blieb mir uebrig? Hosenbeine hochgekrempelt und durch die Kacke durchgewatet. Am Bach dann die Schuhe abgewaschen.
Anschliessend ging es auf einem romantischen Waldweg durch ein liebliches Tal. Der murmelnde Bach war mein Begleiter. Wunderschoen, zumal die Sonne durch die Baumwipfel schien. Bereits um 11:00 Uhr war ich beim Kloster Samos. Ich hatte einfach kein Lust weiterzugehen. Also blieb ich in der Klosterherberge. 80 Betten in einem riesigen Saal! Ihr koennt Euch das Schnarchkonzert vorstellen!
Am Nachmittag habe ich an einer Klosterfuehrung teilgenommen.
Dann gegen 19:15h war das Abendgebet der Moenche und anschliessend habe ich an der Messe teilgenommen. Beeinduckend. Aber frueher gab es in dem Kloster 600 Moenche, jetzt nur noch 15 meist ganz alte Maenner.
Jetzt bin ich in Saría. Habe eine nette kleine private Herberge gefunden.
Die Gegend hier erinnert mich an unser Sauerland. Im Gegensatz zu den bisher durchwanderten Gebieten ist diese Gegend reichlich mit Wasser gesegnet. Es heisst zu recht das "gruene Galicien".
Vor dem O´Cebrairo war die Gegend recht trocken, ja sogar meist Halbwueste. Die war nur durch intensive Bewaesserung landwirtschaftlich zu nutzen.
Hier gibt es viele Baeche und die ganze Landschaft strotzt in saftigem Gruen. Wo vorher die Huegel nur mit duerrem Gestruepp bewachsen waren, gibt es hier viele Baeume und sogar Waelder.
Noch 114 km bis Santiago!

Sonntag, 27. Mai 2007

Im Nebel uebern den O´Cebreiro

Der Weg urch das wunderschoene Tal Valcarce war sehr schoen. Man kommt durch vertraumte kleine Doerfer.
Nach der letzten Ortschaft muss man sich entscheiden, ob man die Asphaltstrasse oder den schoenen Waldweg nimmt. Ich habe mich fuer den Waldweg entschieden. Da gings aber so richtig zur Sache! Der Weg wurde immer steiler. Hoch ueber mir konnte ich die ersten Haueser von La Faba, meinem Etappenziel sehen. Aber bis dahin dauerte es noch. Der Weg wurde immer steiler. Ich konnte immer nur rund 20 Schritte gehen und musste dann nach Luft schnappen. Ich war total geschafft, als ich oben war.
In dem Dorf wohnen nur noch 30 Einwohner. Dort hat die Jakobusgesellschft von Stuttgart das alte Pfarrhaus zu einer Pilgerherberge umgebaut und die verfallene Dorfkirche wieder hergerichtet. Bravo!!
Naechsten Tag ging es weiter zum Pass O´Cebreiro. Es waren auf sehr schlechten Wegen auf rund 4 km noch rund 400 Hoehenmeter zu ueberwinden. Als ich oben auf 1.350 Meter ankam war ich wieder geschafft. Bald nach meinem Aufbruch in La Faba sah ich, dass sich ueber den Bergen die Wolken zusammenzogen. Als ich die Grenze von Galicien erreichte, stand ich im dichten Nebel. Der Nebel und Nieselregen hielten sich den ganzen Tag ueber.
Der Gipfelort ist ein reiner Touristenort. Mich hielt es dort nicht laenger.
Ich bin dann noch weiter ueber den Pass San Roque und den Alto de Pojo gegangen. Dort auf dem Alto de Pojo auf 1.300 m Hoehe gibt es 2 Gasthauser. Das eine hat noch eine kleine Pension und das andere in einem Anbau eine karge und rattenkalte Pilgerherberge. Dort blieb ich ueber Nacht.
Heute Morgen bin ich bei Nebel, Kaelte und Nieselregen die 15 km nach Triacastela weitergegangen. Ich habe also von dem tollen Bergpanorama nichts gesehen.
Hier in Triacastela kann ich wieder im T-Shirt rumgehen.

Hoellenfahrt im Auto des Jesús Jato

Jesús betreibt mit seiner Frau schon seit vielen Jahren seine private Pilgerherberge "Ave Fenix" in Villafranca del Bierzo. Das ist schon sowas wie eine Traditionsherberge. Nebenan hat die Stadtverwaltung eine eigene staedt. Herberge eroeffnet. Ich empfinde das als unfair gegenueber Jesús und seiner Frau. Deshalb bin ich bei Jesús abgestiegen. Die Herberge ist nicht mehr auf dem neuesten Stand, wird aber mit viel Herz gefuehrt. Jesús und seine Frau sind sowas wie Institionen auf dem Camino.
Jesús bringt fuer Pilger ihre Rucksaecke und manchmal auch die Pilger auf den 1.350 m hohen O´Cebrero.
Am Morgen fragte er mich, ob ich auch nicht ein Stueck mitfahren wolle. Da konnte ich der Versuchung nicht widerstehen und bin die 15 km bis Vega de Valcarce mitgefahren. Ich wusste, dass es die ersten 8 km immer auf dem Seitenstreifen hinter der Leitplanke der Landstrasse entlangging.
Wir waren in seinem Auto 4 Passagiere. Dann gings los. Mir standen bald die Haare zu Berge. Jesús trat heftig aufs Gaspedal und schnippelte nur so die Kurven. Ich dachte jeden Moment, er nimmt die Leitpfosten mit.
Dann ging´s auf die Autobahn. Da legte Jesús erst richtig los. Er wechselte staendig die Fahrbahnen. Er kuemmerte sich ueberhaupt nicht um die Geschwindigkeitsbegrenzungen. Er fuhr, was sein klappriger Wagen hergab. Immer so um die 140 km/h herum. Auch bei den Tunneln, wo 90 km/h vorgeschrieben sind, hielt er seinn Tempo durch. Ja, er ueberholte sogar in den Tunneln die grossen Schwerlaster! Dabei redete er staendig auf mich ein, obwohl ich nix verstand. Dann begann er zu singen. Er lenkte nur mit einer Hand. Die andere Hand lag in seinem Schoss.
Als er mich absetzte, war ich in Schweiss gebadet. Ich musste zunaechst in die Bar um meine Nerven zu beruhigen.

Dienstag, 22. Mai 2007

Unverschaemtheit

Die Frau, die den Schwaecheanfall hatte, verliess nach kurzer Zeit die Herberge. Ich sah sie dann bei der Touristinformation.
Es stellte sich heraus, dass sie zu einer 11-koepfigen italienischen Pilgergruppe gehoerte. Die wollten urspruenglich hier in Ponferrada uebernachten. Da aber einige der Gruppe langsamer waren, haben sie ihre Tagesetappe in Molinaseca beendet. Der Gruppenleiter ist, wie es seine Pflicht ist, bei den langsamen geblieben. Aaaber: Dieser Hammel hatte ALLE Credentiales bei sich. Jetzt konnte die Frau hier nicht eingecheckt werden.
Da besass sie doch tatsaechlich die Frechheit, sich bei der Tourist-Information zu beschweren, dass sie nicht aufgenommen wurde.
Die von der Stadtverwaltung haben in der Herberge angerufen. Die Hospitalera war darueber ganz bedrueckt.
Da ich Zeuge des ganzen Vorfalls war, habe ich bei der Tourist-Info den Vorfall richtiggestellt.

Inkompetente Hospitaleros

Hier in Ponferrada suind zur Zeit inkompetente Hospitaleros am Werke.
Als ich ankam standen bereits etwa 2 Pilger vor der Herberge. Auf meine Anfrage standen die ersten bereits seit einer Stunde an. Es dauerte quaelend lange, bis die naechten 2 Pilger eingelassen wurden. Auch ich musste eine lange Stunde warten. Der Grund: Eine englisch sprechende Frau sass am Empfang und erledigte die Formalitaeten. Sie schrieb sich die Finger wund. Ein Mann stand mit verschraenkten Armen an der Tuer und liess alle 5 Minuten die naechsten 2 Leute rein. Sonst tat er nichts. Dann gab es dort noch 2 weitere Maenner, die der Frau beim Schreiben zuschauten und wenn die Leute eingecheckt waren, zu den Betten fuehrten.
Als ich ankam, bemerkte ich vonr der Tuer eine Pilgerin auf einem Stuhl, die offenbar eine Kreislaufschwaeche hatte. Ich machte den an der Tuer mit verschraenkten Armen stehenden Mann auf die Frau aufmerksam,. Er brachte ihr ein Glas Wasser und ging dann wieder zuerueck zu seinem Standort an der Tuer. Sonst unternahm er nix weiter.
Der Frau ging es immer schlechter. Ich ging wieder zu ihm und machte ihn auf die Frau aufmerksam. Er unternahm wieder nix.
Da schubste ich ihn mit meinem dicken Bauch von der Tuer weg und wandte mich direkt an die an der Rezeption sitzende Frau. Ich sagte zu ihr, sie moege doch die kranke Frau ins Haus holen und auf ein Bett legen.
Die reagierte sofort. Sie liess alles stehen und liegen und holte die Frau ins Haus. Prima! Aber die anderen 3 Flaschen von Maennern hielten nur Maulaffen feil.
Inkompetent und als Hospitaleros nicht geeignet!

Geh ich uebern Rabanal, wird mein Schmierbauch dennoch nicht schmal

Das war eine richtige Keulerei fuer mich, uebern Rabanal zu gehen. Von El Ganso die Etappe hoch nach Foncebadon war fuer mich recht schwer.
Ich hatte mir zuerst vorgenommen, bei Tomás in Manjarín zu uebernachten. Dann aver als ich gerade in Foncebadon war, bezof sich der Himmel und ich bin in eine der 3 dortigen Herbergen eingekehrt. Gott sei Dank!!
Naechsten Morgen kam ich bei Nieselregen und Nebel dort in 1.500 Meter Hoehe vorbei.
Ich wuste ja, dass dort nicht viel mit Hygiene los war. Ich bin ja nicht empfimdlich. Aber als ich die Zustaende dort sah, war ich froh, dass ich in Foncebadon geblieben bin.
Dort hat sich offenbar eine Hippie- oder sonstwas-Kommune gebildet. Es gab dort einen vergammelten Wohnwagen, ein Zelt und ein weiteres Haus war dort in Reparatur. Auf meine Nachfrage sagte man mir, dass dort inzwischen 11 Personen hausen. Ich habe mit Tomás gesprochen und er liess mich in seine Behausung ein. Schrecklich!
Die naechste Uebernachtung war in El Acebo in der Pfarrherberge.
Der Weg von El Acebo nach Molinaseca hat mich ziemlich fertig gemacht.
Es ging die ganze Zeit steil bergab auf SEHR holperigen Wegen. Ich musste stets sehr vorsichtig sein, wohin ich meinen Fuss setzte.
Aber jetzt bin ich bei schoenem Sonnenschein hier in Ponferrada. von meinem Ziel trennen mich noch 202 km.

Sonntag, 20. Mai 2007

Gehst Du uebern Rabanal, werden Dir die Backen schmal

Dies ist ein mittelalterlicher Spruch.
Ich bin gerade auf dem Rabanal. Von Rabanal del Camino nach Foncebadon auf 1.450 Meter Hoehe war es ein harter Aufstieg. Ich hatte erst beabsichtigt, bei Tomás in Manjachin zu uebernachten. Tomás ist ein Eremit, der in einem zu Ruinen verfallenen Dorf ein Haus aufgebaut hat. Aber als ich hier oben war, zog sich der Himmel zu. Dieses Dorf war fast ganz ausgestorben. 1910 lebten hier noch rund 150 Menschen. als ich 1994 hier durchkam, lebte hier nur noch eie alte Ftau mit 100 Schafen und ihen 7 riesengrosen Hunden. Jetzt lebt das Dorf wieder auf. Es gibt hier inzwischen 3 Herbergen, ein Hotel und eine Bar.

Freitag, 18. Mai 2007

Knallharter Wettbewerb um die Pilger und ihr Geld

Auf der vorgestrigen Etappe teilte sich der Camino in Virgen del Camino kurz hinter León.
Die meisten Pilger gingen den ausgetretenen Pfad immer entlang der N120 bis Hóspital del Órbigo.
Ich bin die 3 km laengere aber landschaftlich schoenere Strecke ueber Villar de Mazarife gegangen. Dort kommt also nur der kleinere Teil des Pilgerstroms vorbei.
Stellt Euch vor, dort in dem winzigen Dorf gab es 3 Herbergen. die musssten sich den kleinen Strom der Pilger und deren Geld teilen. Ihr koennt euch denken, wie scharf der Konkurrenzkampf unter den 3 Herbergen ist. Der wird sogar mit unfairen Mitteln ausgetragen.
Hier in Astorga gibt es 2 grosse Herbergen. die staedtische und eine private. Auch hier herrscht erbitterter Konkurrenzkampf. Die staedtische hHerberge liegt in der Pole Position, d.h. am Eingang zum Stadtzentrum. Waehrend die private mittten in der Stadt nahe der Kathedrals liegt. Als ich in die Stadt einmarschierte. wurde ich bereits von den Betreuern der staedt. Herberge angesprochen, doch bei ihnen abzusteigen.
Ich habe aber abgelehnt und bin in dei private Herberge gegangen.
Mache hier einen Faulenzertag. Ich habe ja Zeit bis ich ins Grab sinke!!

Mittwoch, 16. Mai 2007

Die Feldprozession

Gestern war ich in Villar de Mazarife, einem kleinen Dorf auf einer Nebenstrecke.
Ich lag im Bett und hielt Siesta. Da bagannen ploetzlich die Glocken der Kirche auf der anderen Strassenseite wie wild zu laeuten. Ich bin bald aus meiner Koje gefallen. Als ich aus dem Fenster schaute, sah ich, dass die Dorfbevoelkerung in die Kirche stroemte. Wo die Einheimischen sich versameln, bin ich immer dabei.
Es gab eine Messe. anschliesend zogen sie mit dem Heiligen in einer Prozession in die Felder. Die Felder wurden gesegnet und fuer eine gute Ernte gebetet.
4 Maenner trugen das Podest mit der Figur ihres Heiligen. Als Abloesung war, durfte ich die Statue auch ein Stueck tragen.
Nach der Rueckkehr in die Kirche gab es den Segen und alle stroemten heraus. Die gingen alle zu einem Festplatz. Wir Pilger wurden eingeladen, mitzukommen.
Auf dem Festplatz geb es eine Agape. Das ist das gemeinsame Mahl der Gemeinde. Es gab gebratenen und danach in Essig eingelegten Fisch. Brot und Wein dazu. Die Einheimischen kamen auf mich zu und haben mir auf die Schulter geklopft, dass ich ihnen geholfen habe, den Heiligen zu tragen.

Montag, 14. Mai 2007

Weizenbier vom Fass!! Aaahh!

Ich sitze jetzt in der staedt. Buecherei von León. Kam bei meinem Stadtgang daran vorbei und habe einfach gefragt, ob man hier fuer umsonst surfen kann. Ja!
Nachdem ich vorhin vom Internet-Café zurueck zur Kathedrale ging, bekam ich Appetit auf ein Bier. Ich ging in die Bar und da gingen mir die Augen ueber: Die hatten doch tatsaechlich Paulaner Hefeweizen vom Fass!
Heute ist es recht frisch. Am Morgen hatten wir nur 12 Grad und jetzt am Nachmitteg sind es auch nur 17 Grad, obwohl die Sonne scheint. Das liegt an der Hoehenlage: León liegt auf einer Hoehe von rund 800 Meter.

25 km auf einer Roemerstrasse

Vorgestern bin ich von Calzadillla de los Hermanillos nach Mansilla de las Mulas auf einer Roemerstrasse gegangen. Die ganzen 25 km kein Ort, kein Wasser. Die Gegend war menschenleer. Endlose Getreidefelder. Nur auf der Roemerstrasse bewegten sich einige Pilger. Rechterhand am Horizont das Kantabrische Gebirge mit seinen schneebedeckten Gipfeln. Wunderschoen!
Allerdings liess es sich auf dem groben Kies schwer gehen. Ich wollte maximal 20 km gehen, aber diesmal ging es nicht anders. Ich war ganz kaputt, als ich in der Herberge ankam. Meine Fuesse taten weh und der Wolf im Schritt biss von hinten.
Aber jetzt hier in León gehts mir prima.

Donnerstag, 10. Mai 2007

Pilger als Wirtschaftsfaktor

Gestern sass ich in einem kleinen aussterbenden Kaff vor der oertlichen Bar. Es kam ein steter Strom von Pilgern durch das halb in Ruinen liegende Dorf. Beinahe jeder zweite Pilger setzte sich vor die Bar um etwas zum trinken und essen herauszuholen. Ich sah zu meinem Erstaunen an der Theke ein ekuehle Flasche Franziskaner Hefeweizen!! Natuerlich sofort bestelt. Dann noch die zweite Flasche getrunken. Aaahh, das zischte.
So hat wieder mal eine Frau eine Existenz gegruendet und ist nicht gezwungen, wegzuziehen.
So war das auch schon in alten Zeiten. Viele Menschen lebten von den Pilgern. Es zogen ja nicht nur arme Schlucker den Camino entlqang. Es kamen Herrscher mit grossem Gefolge. Die haben ordentlich Geld hier gelassen.
Dann waren da die Tempelritter. Nachdem Jerusalem an die Mohammedaner verloren gegangen war, habven sie sich hier entlang des Camino niedergelassen und grosse Burgen gebaut.
Auch die praechtigen Hospize zeugen davon, dass viele von den Pilgern gelebt haben.
Es kamen auch Handwerker, die besondere Kandwerkliche Kenntisse hatten. Die haben sich in besonderen Orten niedergelassen. Sie wurden sogar von den Herrschern mit Pivilegien angelockt. Es gibt sogar 2 Orte die "Vilafranca" heissen. Fuer die einfachen Leute waren alle Fremden einfach Franzosen.
Ich muss auch sagen, dass die Regionalregierungen sich sehr um die Verbesserung des Camino bemuehen. Wo ich bei meinen vorigen Caminos noch kilometerweit auf dem Randstreifen der Staatsstrase dicht an den vorbeirasenden Sattelschleppern gehen musste, wurden jetzt Pilgerwege neben der Staatsstrasse angelegt.

Mittwoch, 9. Mai 2007

Wo schlafen die Pilger?

Wie viele von Euch wissen, bin ich bereits 1994 und 2002 diesen Weg gegangen. Da hat sich auf diesem Weg sehr viel verbessert. Waehrend ich 1994 noch kilometerlang auf dem Randstreifen der Staatsstrasse N120 gehem musste, wo mich die vorbeirasenden Sattelschlepper durch ihren Fahrtwind fast umwarfen, hat man versucht, den Pilgerpfad abseits der Staatsstrasse zu fuehren.
Wo das nicht ging, hat man neben der Strasse einen besonderen Weg fuer die Pilger geschaffen. Ausserdem ist jetzt die Autobahn fertig und auf der S 120 viel weniger Verkehr.
Somit kann der Pilger viel unbeschwerter gehen als frueher.
Es gibt inzwischen auch viel mehr Herbergen fuer die Pilger. In Carrion de los Condes hatte ich die Auswahl zwischen 3 Herbergen: Die alte historische Herberge in den Nebengebauden der Pfarrkirche. Dann betreiben die Klarissen in einem Teil ihres Klosters eine Pilgerherberge und verdienen sich damit etwas Geld.
Neuerdings haben die Vincentienerinnen (der gleiche Orden, der bei uns das Vincenz-Krankenhaus betreibt) die leerstehenden Raume ihres fruehren Maedchen-
Internats in eine Pilgerherberge umgewandelt.
Damit verdienen die alten Frauen sich etwas Geld fuer ihren Unterhalt.
In Berciano del Camino hat der oertliche Wirt eine Monopolstellung. Er betreibt die einzige Bar, das einzige Hotel und die Pilgerherberge. Es gibt zwar eine Dorfherberge, die wird aber nur geoeffnet, wenn der Wirt keinen Platz mehr hat. Es gibt nicht einmal einen Laden im Dorf. Das heisst, man muss alles, was man braucht, beim oertlichen Herbergswirt kaufen. Gerechterweise muss ich sagen, das er seine Monopolstellung nicht ausnutzt.
Dei Uebernachtung in einem Doppelstockbett kostet meist zwischen 5 und 6€. Dafuer bekommt man eine mehr oder weniger saubere Matratze. Saubere Klos und Duschen. Und vieleicht auch noch eine Wolldecke. Was will der Pilger mehr? Fuer Essen muss der Pilger selbst vorsorgen. Manchmal wir din der Herberge ein spanisches Fruehstueck angeboten: Minchkaffee, einige Scheiben geroestets Brot, eine Hotelpackung Marmelade und eine ebenso kleine Packung Butter.
Hier in Fromista gibt es auc 2 Herbergen. Die alte auf dem Dachboden der alten KIrche und neuerdings hat eine junge brasilianische Frau sich hier eine Existenz geschaffen. Sie hat in der Scheune eines interessanten Gebaudes eine prima Pilgerherberge mit 52 Plaetzen eingerichtet.

Dienstag, 8. Mai 2007

Es wird langsam heiss

Diesmal habe ich nur eine kurze Etappe von nur 11 km hingelegt. Was solls. Hier ist die Landschaft dichter besiedelt. Alle 3 oder 4 km ein Dorf mit einer Bar und einem frischen Bier. Gegen 12:00h wurde es richtig heiss. Als ich wieder durch solch ein halb verlassenes Dorf kam. kam ich an einer wundervollen Herberge vorbei. ein schoener gruener Garten mit Sonnenschirmen, ein kleiner Laden und ein Restaurant. Ich habe fast den ganzen Nachmittag im Gras gelegen und geschlafen.
Die Pilgermenues bestehen meist aus 3 Gaengen: eine Vorsuppe oder einen frischen Salat. das hauptgericht und als Nachtisch eine Joghurt oder ein eis. Dazu stellen sie eine Weinflasche und einen Brotkorb auf den tisch. Und das alles fuer 6 Euro. Versucht das mal in Deutschland!

Montag, 7. Mai 2007

Eine schwere Etappe

Calzadilla de la Cueza.
Diese Etappe war sehr schwer. Zunaeschst ging es 3 km auf der Landstrasse und dann rund 3 km auf einem alphaltierten Wirtschaftsweg. Und dann kam´s! Weiter gings auf einer 12 km langen originalen Roemerstrasse. Rollkies. Die Sonne schien, kein Schatten. Immer nur die schnurgerade Strasse in pottebener Landschaft entlang. Getreicderfelder bis zum Horizont. Kerine menschliche Besid¡edlung. Ich dachte, die Strasse nimmt kein Ende.
Dann endlich der Ort. Die Herberge hat sogar einen eigenen Swimmingpool. Eine Oase. Der Wirt hat aber hier das Monopol. Es gibt sonst keinen Laden hier. Er nutzt sein Monopol aber nicht aus.
Ich war richtig fertig, als ich hier ankam. Die Fuesse schmerzten von dem Rollkies. Aber jetzt ist alles in Ordnung.

Sonntag, 6. Mai 2007

Carrión de los Condes

Inzwischen habe ich rund 300 km zurueckgelegt. Bis Santiago sind es noch rund 400 km.
Ich bin in der Herberge der Vincentinerinnen abgestiegen. Das ist die gleiche Gemeinschaft wie die, die bei uns das Vincenz-Krankenhaus betreiben.
Die haben vor wenigen Jahren eine Herberge eingerichtet. Leider sind sie wenig geschaeftstuechtig. In der Stadt ist kein einziger Hinweis auf ihre Herberge. Kaum ein Mensch weiss von dieser Herberge. Dabei haben sie einiges Geld investiert. Sie haben deshalb auch nur wenige Gaeste. Ichh habe ihnen gesagt, dass sie mehr Propaganda machen sollten. Da haben sie nur gelaechelt. Zum Beispiel koennten sie rund 2 km vor der Stadt eine Info-Tafel aufstellen.
Die Schwestern habenn sich sehr gefreut, dass ich im meinem Heft Propaganda fuer ihre Herberge mache.
Ich habe wunderbares Wanderwetter. Am Morgen ist es noch recht frisch. Da liegt noch Rauhreif auf den Graesern. Aber dann gegen Mittag wird es angenehm warm. Aber nicht zu warm.

Samstag, 5. Mai 2007

Faulenzertag in Frómista

Heute habe ich mir einen Faulenzertag geleistet.
Ich bin nur 7 km gegangen. Warum auch nicht? Am Morgen war es neblig. Ueber mir sah ich den blauen Himmel aber ich stand im Nebel.
Ich habe mich mit den 3 Spaniern verabredet, gleich in die Messe zu gehen.
Es ist sonnig, aber kuehl.

Donnerstag, 3. Mai 2007

Schnee in den Oca-Bergen

Von villafranca ging es zunaechst steil bergauf in die Oca-Berge. Im Wald bluehten Primaln. Habe ich noch nie gesehen.
Dann ging es 10 km durch eine Hochebene auf 1.000 Meter Hoehe. Beiderseits des Weges standen bluehende mannshohe Heidebuesche. Habe ich auch noch nicht gesehen.
Hier bin ich mit 2 Hollaendern gegange. Wir haben uns gut unterhalten.
Mitten in der Einsamkeit steht das uralte Kloster San Juan de Ortega auf 1.000 Meter Hoehe, wo seit 1.000 Jahren die Pilger uebernachten.
Der 80 Jahre alte Prister und seine beiden alten Schwestern sind eine Institution auf dem Camino.
Am Abend gab es die beruehmte Knoblauchsuppe. Die Schlafsaele sind rattenkalt. Am Morgen gab es Kaffee in Kompott-Schaelchen. Alles nur gegen Spende.
Als ich vor die Klostertuer trat, traute ich meinen Augen nicht. Es schneite!
Selbst in Bugos fiel Schneeregen. Aber die letzten beiden Tage haben wir ideales Wanderwetter. Leicht bedeckt und nicht zu warm.
Bin jetzt in Castrojeriz. 357 km gegangen. noch 449 km zu gehen.

Ein Zeichen von oben

Obwohl es Sonntag war und ich Katholik, hatte ich in Belorado beschlossen, die Messe zu schwaenzen. Beim Ausmarsch aus der Stadt kam ich an einem Klarissenkloster vorbei. Sonntaeglich gekleidete Menschen gingen in die Klosterkirche. Ich ging weiter.
Als ich bereits einige 100 Meter weiter war, begann die Klosterglocke zu bimmeln.
Das war ein klares Zeichen an mich!
Ich kehrte um und ging in die Klosterkirche. Der langbaertige Priester sang in seinem volltoenendem Bass und die silberhellen Stimmen der Nonnen antworteten. Wie im Film. Wunderbar!