In der Altstadt von Pamplona betreibt in einem Kellerraum ein junges schwarzafrikanisches Paar einen Telefonladen und ein Internet-Café. Bereits bei meinem letzten Aufenthalt war ich haeufiger Gast in deren Laden. Ich habe mich mit den Leuten sogar ein bisschen angefreundet. Auch bei meinem jetzigen Aufenthalt gehe ich regelmaessig dort hin, wenn ich mal was im Internet tun will um diese junge Paar zu unterstuetzen.
Die Frau ist mit ihrem Kind den ganzen Tag in dem Laden, waehrend der Mann tagsueber auf dem Bau arbeitet.
Sie gehoeren einer Pfingstler-Gemeinde an. Dass ist eine amerikanische evangelikale Sekte. Die missionieren sehr stark in Afrika. Der Laden ist auch der Treffpunkt fuer die hiesige afrikanische Pfingstler-Gemeinde.
Gestern (am Sonntag) wollte ich wieder bei denen ins Internet. Der Laden war geschlossen. Doch durch die Tuer hoerte ich Halleluja, Halleluja und Amen, Amen rufen.
Ich oeffnete die Tuer und trat ein. Der massige Mann an der Tuer wollte mich gleich wieder rausschieben. Als ich ihm aber sagte, dass ich das Paar kenne, das den Laden betreibt, liess er mich ein.
Der Laden war pickepacke voll von Afrikanern in ihren prachtvollen Gewaendern. Die Frauen trugen auf dem Kopf praechtige und kunstvoll gefaltete Kopfhauben.
Es stellte sich heraus, das das junge Paar, das den Laden betreibt, zu ihrem kleinen Maedchen noch einen Jungen bekommen hat. Der wurde gerade getauft.
Ich muss noch erwaehnen, dass die Frau 3 1/2 Jahre in Deutschland gelebt hat und ein leidliches Deutsch spricht. Ich habe sei gefragt, ob sie ihr Deutsch in Sprachkursen gelernt hat. Nein sagte sie, auf der Strasse! Da wunderte ich mich aber sehr. In unserem Lande leben viele Einwanderer seit mehr als 30 Jahren, die kaum einige Worte Deutsch koennen!
Als sie mich am Ende der Feier sah, kam sie sofort auf mich zu und begruesste mich herzlich auf Deutsch. Dann stiess auch noch der Ehemann dazu und begruesste mich ebenso herzlich auf Englisch.
Ich war der einzige Weisse in der Menge und die anderen Gaeste wunderten sich, dass ich so herzlich von den Gastgebern begruesst wurde.
Montag, 15. Oktober 2007
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