Mittwoch, 10. Oktober 2007

Der falsche Baske

Ich habe es nicht gerne wenn ich schon von weitem als Tourist erkannt werde. Deshalb versuche ich im Ausland durch unauffaellige Kleidung in der Menge unterzutauchen.
Da ich hier im Baskenland bin, habe ich mich als Baske verkleidet. Ich habe meine echte Baskenmuetze, die ich aus Pamplona mitgebracht hatte, aufgesetzt. Dann kam aber die Enttaeuschung! Ich habe keinen anderen Mann mit Baskenmuetze gesehen!
Ich glaube, ich war der einzige der eine Baske trug. Nur einmal: Als ich eine Bar betrat sprach der Barkeeper mich zuerst auf baskisch (Euskara) und dann auf Hochspanisch (Castillano) an. Er war ganz verwundert, dass ein Baskenmuetzentraeger ihn nicht versteht. Er hielt mich dann aber fuer einen Franzosen. Ich liess ihn in dem Glauben.

Nun zwei traurige Erlebnisse:
Das leere Weihwasserbecken in der Kathedrale.
In der Kathedrale fand ich das Weihwasserbecken leer. Wie die meisten von Euch wisssen, gibt es in kath. Kirchen am Eingang ein Weihwasserbecken. Beim Betreten der Kirche tunkt man seine Fingerspitzen in das Weihwaser und bekreuzigt sich damit. Eine Art Tauferneuerung.
Da die Kuesterin gerade in der Naehe war, machte ich sie auf das trockene Weihwasserbecken aufmerksam. Da sagte sie mir: Das muesssen wir trocken lassen,
Die Drogensuechtigen waschen darin ihr Drogenbesteck in der irrigen Meinung, das "Heilige Wasser" bewahre sie vor ansteckenden Krankheiten. Dann bleiben auch manchmal die Sritznadeln zurueckm an denen sich die Kirchenbesucher verletzen und evtl. anstecken koennten.


Der (mutmassliche) afrikanische Drogendealer
Kurz nach Verlassen der Kathedrale wurde ich Zeuge eine Jagd der Polizei auf einen (vermutlichen) Drogendealer. Zwei Polizisten rannten hinter einem Schwarzen hinterher. Mitten auf der verkehrsreichen Strasse holten sie ihn ein und warfen ihn zu Boden. Sie drueckten ihn auf das Plaster um ihn trotz seiner heftigen Gegenwehr zu fesseln. Danach durchsuchten sie ihn. Ich sah, dass die Polizisten ein dickes Geldbuendel aus seiner Hosentasche fischten. Die ganze Zeit schrie der Mann herzerweichend in seiner Sprache. Der arme Kerl tat mir so leid, als er dort hilflos auf der Strasse lag und 2 Polizisten auf seinem Ruecken knieten und er so jaemmerlich schrie. Schliesslich wurde er abtransportiert und der Verkehr konnte weiter normal laufen.
Die Spanier haben grosse Last mit der illegalen Einwanderung. Wir sehen ja staendig im Fernsehen die vielen aufgegriffenen Einwanderer. Das ist aber nur die Spitze des Eisberges. Wieviele kommen unentdeckt an den zerkluefteten Kuesten an Land und verkruemeln sich dann ins Binnenland.
Die stehen dann unter grossem Druck. Solch eine Schleusung kostet jede Menge Geld. Ich habe mal gehoert, so zwischen 10.000 und 20.000 Euro und mehr. Da haben ganze Familien-Clans zusammengelegt um solche Schleusung zu finanzieren.
Es gibt ja eine florierende "Schleusungs-Industrie".
Die Faminlienmitglieder geben das viele Geld ja nicht aus Naechstenliebe fuer den geschleusten aus. Nein, sie erwarten, ihr Geld mit Zins und Zinseszins zurueck zu bekommen. Und dann hat er evtl. auch noch die Aufgabe, Geld fuer die Schleusung eines anderen Familienmitgliedes zu beschaffen.
Wie soll so jemand an soviel Geld kommen? Zumal er illegal im Lande ist und keine ordentliche Arbeit aufnehmen kann?
Die Schwarzarbeit entweder in der Landwirtschaft oder auf dem Bau ist bereits von ebenfalls illegal hier lebenden Latein-Amerikanern oder Leuten aus dem ehemaligen Ostblock besetzt. Auch der potentielle Arbeitgeber fuer die Schwarzarbeiter nimmt natuerlich solche hellhaeutigen Leute lieber, weil sie wegen ihrer weissen Hautfarbe weniger auffallen.
Was bleibt einem illegalen schwarzen Einwanderer also uebrig: Der Drogenhandel!
Aber was bleibt aber andererseits dem spanischen Staat uebrig, als den Drogenhandel mit allen seinen schlimmen Nebenwirkungen zu bekaempfen!