Ich bin wieder zuhause und sitze am vertrauten Rechner an der Uni. Ich muß mich wieder an die deutsche Tastatur gewöhnen. Bei den spanischen Tastaturen sitzen einige Buchstaben an anderen Stellen, abgesehen, daß sie dort nicht unsere Sonderzeichen haben sondern ihre eigenen Sonderzeichen.
Ich will Euch nun erzählen, wie es mir am Abreisetag erging.
Ich hatte mich ja in der Jugendherberge auf dem Monte do Gozo eingenistet.
Da mein Flugzeug erst um 17:15 abflog, und es vom Monte do Gozo lediglich 8 km zum Flugplatz sind, hatte ich mir vorgenommen, langsam vom Camino Abschied zu nehmen und die 8 km zum Flugplatz auf dem Camino zu gehen. Das lief auch ganz gut an. Die Sonne schien und ich war bester Laune.
Aber dann!! Auf halbem Wege spürte ich ein inneres Drängen. Das wurde immer stärker und stärker. Ich war am Rande des Dorfes angekommen und hatte bereits die Bar mit dem rettenden Klo in Sicht, da öffnete sich die Schleuse und der ganze Salat ging voll in die Hose.
So eine Schweinerei. Nicht nur die Unterhose sondern auch meine Treckinghose war voll. Es war an einer Gartenmauer. Glücklicherweise kamen gerade keine Pilger vorbei! Was blieb mir übrig? Ich habe eine andere Unterhose aus dem Rucksack gepackt und angezogen. Die volle Unterhose habe ich an Ort und Stelle liegengelassen. Die beschmutzte Treckinghose in die Hand genommen und bin dann so zur Bar marschiert.
Ihr könnt Euch vorstellen, wie die Gäste und der Wirt gekuckt haben, als ich da so in der Bar stand.
Aber was half's? Im Hof war ein Wasserhahn. Dort habe ich meine Treckinghose und mich selbst gereinigt. Dann auf den Schrecken ein Bier getrunken und die nasse Hose angezogen und weiter ging's zum Flughafen.
Dort angekommen war die Hose wieder trocken.
Im Flugzeug hörte ich eine Frau zu ihrer Sitznachbarin sagen, daß es hier etwas müffelt. Ich habe mich in meinem Sitz ganz klein gemacht.
Mittwoch, 13. Juni 2007
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2 Kommentare:
Hallo Jochen
willst du den Camino nochmals gehen oder war das genug?
Ciao
Wohl eher nicht. Bin den Camino schon 3 mal gegangen und jetzt 71 Jahre alt. Genug ist genug. Aber ich bleibe immer noch sehr mit dem Camino verbunden.
Ich betreibe unsere Homepage
http://homepages.uni-paderborn.de/pilger
und ich bin gerade in Bilbao. Ich will hier einige Tage bleiben und werde am Wochenende meinen Dienst als Hospitalero (Herbergsvater) in unserer eigenen Herberge Casa Paderborn in Pamplona antreten.
Jochen
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