Am 8. Tag meine Pilgerschaft bin ich in Navarrete einmarschiert. Ich habe in diesen 8 Tagen rund 125 km zurueckgelegt. Das Wetter war prima Wanderwetter. Leicht bedeckt und nicht so warm wie in den letzten Tagen.
Die Herberge in Najera ist leider immer noch eine Notherberge. Die Renovierung der Klosterherberge sollte bereits 2006 abgeschlossen sein. Ist aber nicht. Manjaña, Manjaña!
Diese Notherbege ist eine Art Baracke, in der die Doppelstock-Betten eng an eng stehen.
Was solls: Hauptsache ich habe einen Platz zum Schlafen.
Beim Auspacken des Rucksackes kriegte ich eionen tollen Schreck. Ich gehe seit einigen Tagen mit kurzen Hosen. Die Hosenbeine habe ich "abgezippt". Als ich in die Stadt gehen wollte, musste ich fesstelen, dass iein Hosenbein verlorengegange ist. Solch ein Pech! Ich habe den Rucksack mehrmals durchsucht, aber das Hosenbein blieb verschwunden. Was sollte ich machen? Ich werde noch ueber mehrere Gebirge gehen und dort kann es kalt werden. Eine Hose mit nur einem Bein wird mir dort nicht viel nuetzen. Ich machte mich also mit dem Gedanken vertraut, eine neue Hose zu kaufen.
Dann schaute ich nochmal mit wenig Hoffnung unters Bett: Da lag das verlorene Hosenbein. Welch ein Glueck, obwohl eine neue Hose auch nicht alle Welt kostet.
Ich bin in den letzten 8 Tagen 125 km gegangen. Das mag wenig klingen. Aber wer die Wege hier kennt und auch das Klima, der wird mehr Verstaendnis aufbringen. Und wie ich in meinem ersten Eintrag ja sagt, will ich es diesmal langsam gehen lassen.
Bis Santiago sind se noch 575 km!
Ich weiss nicht, ob jemand mein Geschreibsel liest. Jedenfalls gibt es nur wenige Kommentare. Egal. Dieser Blog ist auch eine Art Tagebuch fuer mich.
Tschuess fuer heute.
Jochen
Mittwoch, 25. April 2007
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3 Kommentare:
Lieber Jochen, ich lese Sie gerade und bin so glücklich, dass Sie uns hiergebliebenen (nicht mehr lang hoffentlich) diese Worte hinterlassen. Gehe jeden Meter mit, soweit Sie zum Schreiben kommen. Bitte bitte mehr, wenn es irgendwie geht. Will Ende Juni losgehen, dieselbe Route wie Sie. Nun erst einmal wünsche ich alles Gute für die nächsten Kilometer. Werde jeden Tag hier reinschauen. Geniessen Sie es für mich mit. Wartend über Neuigkeiten, Antje
Lieber Jochen, prima, dass alles so gut klappt. Sicher wirst Du morgen in Santo Domingo die Hähne krähen hören. Der Weg dahin zählt für mich zu den schönsten. Ich werde am 6. Mai in St. Jean mit dem Rad aufbrechen und Dich somit irgendwann unterwegs einholen. Woran erkennt man Dich, gibt's etwas Auffallendes? Würde mich freuen, Dich auf dem Camino zu sehen. Schließlich begleite ich Deinen Weg seit geraumer Zeit mit Freude und Interesse.
Guten Weg! Peregrino
Hallo Jochen, ich lese mit großem Interesse Ihre Beiträge. Mein Mann ist in diesen Tagen auch auf dem Jakobsweg unterwegs. Durch Sie ist er mir bissel näher. Dafür möchte ich mich bei Ihnen bedanken Er ist übrigens der junge Mann aus der Nähe von Leipzig. Ich wünsche Ihnen noch eine schöne Zeit.
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