Gestern (Allerheiligen) bin ich wieder in die naßkalte Heimat zurückgekehrt.
Da der 1. November in ganz Spanien ein Feiertag ist und in diesem Jahr viele Spanier die sogenannten Brückentage nutzen um zu verreisen, habe ich vermutet, daß der Bus von Pamplona nach Bilbao ausgebucht sein könnte. Zumal an Feiertagen der Fahrplan für die Busse ausgedünnt ist. Ich habe mir deshalb bereits am Montag die Fahrkarte gekauft. Der Bus war tatsächlich bis auf den letzten Platz ausgebucht.
Eine österreichische Hospitalera, die in einer Herberge in einem anderen Ort gearbeitet hatte, wollte auch am 1. Nov. von Barzelona in die Heimat fliegen.
Sie wollte in unserer Herberge eine Zwischenübernachtung einlegen. Sie bekam aber am 1. Nov. keinen Platz im Bus mehr. Sie mußte Hals über Kopf den nächstbesten Bus nehmen.
Eine befriedigende Aufgabe, als Hospitalero zu arbeiten.
Wie Ihr aus meinen Berichten herauslesen konntet, hat mir mein Aufenthalt in der Casa Paderborn viel Freude bereitet. Ich möchte diese Zeit in meinem Leben nicht missen. Aber jetzt bin ich doch froh, daß ich nach all dem provisorischen Leben wieder in meinem alten Trott weitermachen kann.
Freitag, 2. November 2007
Mittwoch, 31. Oktober 2007
Der Hospitalero als Ausputzer
Man glaubt es nicht, was die Pilger in unserer Herberge so alles liegenlassen. Kleidungsstuecke und Kosmetika bringe ich 2 Tage spaeter zum Obdachlosen-Asyl etwa 400 Meter von unserer Herberge entfernt. Die Sozialarbeiter und die Obdachlosen freuen sich darueber.
Das vergessene Handy
Neulich hat jemand sein Handy bei uns vergessen. Gluecklicherweise war es nicht gesperrt. Es war aber leider schon ziemlich entladen. Ich musste mich also beeilen, um den Eigentuemer ausfindig zu machen. Ich habe also die Adressliste geoeffnet. Es waren alles englische Namen. Der Eigentuemer musste also aus einem englischsprachigen Land kommen.
Aber aus welchem Land? Es haette Grossbritannien, Australien, die USA, Kanada oder irgend ein anderes englischsprachiges Land sein koennen.
Ein Anruf bei jemanden aus seiner Liste waere also sinnlos gewesen.
Wegen des Zeitunterschiedes waere mein Anruf vielleicht mitten in der Nacht gewesen und derjenige haette tief geschlafen und sein Handy ausgeschaltet.
Ich habe also versucht, eine SMS abzuschicken.
Aber Ihr kennt vielleicht die Tuecken bei dem Verfassen einer SMS. Es gibt die Texterkennung und dazu die Textvervollstaendigung. Ich konnte jedenfalls nur Unsinn abschicken. Kurz darauf kam eine englische Nachricht an den Eigentuemer des Handys und darin wurde er gefragt, ob er so frueh an Morgen schon besoffen sei.
Am naechsten Tag war ein junger Englaender in unserer Herberge. Der konnte mit den Handy umgehen. Als erstes oeffnete er das Handy und schaute nach dem Chip. Daran konnte er erkennen, dass das Handy einen Vertrag aus Grossbritannien hatte. Daraufhin verschickte er eine Nachricht mit der Telefon-Nummer unserer Herberge an den Freund des Verlierers. Tatsaechlich! Der Verlierer rief uns an und sagte mir, dass ich das Handy zur Pilgerherberge in Burgos schicken sollte.
Der hat also nun sein Handy wieder! Er hat sich aber nicht bedankt! Aber so sind die jungen Leute heutzutage nun mal!
Die vergessene Brille.
Heute morgen fanden wir beim Reinemachen eine Brille. Die beiden Maenner, die in diesem Raum geschlafen hatten, waren bereits vor 15 Minuten gegangen. Ich hatte also keine Chance, sie einzuholen.
Ich bin also zur Bushaltestelle gelaufen und habe den Bus zum naechsten 5 km entfernten Dorf (Cizur Menor) genommen. Dort habe ich auf dem Dorfplatz gewartet. Hier mussten die beiden vorbeikommen!
Mit der Zeit kamen alle Pilger, die in unserer Herberge geschlafen hatten, vorbei. Die wunderten sich, dass ich dort wartete.
Endlich kamen die beien Maenner vorbei. Ich habe die beiden in die Dorfbar gelotst und ihnen gesagt: "Einer von Euch beiden muss mir einen ausgeben!"
Die waren ganz verduzt! Als ich ihnen in der Kneipe die Brille uebergab, waren sie mir sehr dankbar und haben mir selbstverstaendlich und freudig einen ausgegeben.
Das vergessene Handy
Neulich hat jemand sein Handy bei uns vergessen. Gluecklicherweise war es nicht gesperrt. Es war aber leider schon ziemlich entladen. Ich musste mich also beeilen, um den Eigentuemer ausfindig zu machen. Ich habe also die Adressliste geoeffnet. Es waren alles englische Namen. Der Eigentuemer musste also aus einem englischsprachigen Land kommen.
Aber aus welchem Land? Es haette Grossbritannien, Australien, die USA, Kanada oder irgend ein anderes englischsprachiges Land sein koennen.
Ein Anruf bei jemanden aus seiner Liste waere also sinnlos gewesen.
Wegen des Zeitunterschiedes waere mein Anruf vielleicht mitten in der Nacht gewesen und derjenige haette tief geschlafen und sein Handy ausgeschaltet.
Ich habe also versucht, eine SMS abzuschicken.
Aber Ihr kennt vielleicht die Tuecken bei dem Verfassen einer SMS. Es gibt die Texterkennung und dazu die Textvervollstaendigung. Ich konnte jedenfalls nur Unsinn abschicken. Kurz darauf kam eine englische Nachricht an den Eigentuemer des Handys und darin wurde er gefragt, ob er so frueh an Morgen schon besoffen sei.
Am naechsten Tag war ein junger Englaender in unserer Herberge. Der konnte mit den Handy umgehen. Als erstes oeffnete er das Handy und schaute nach dem Chip. Daran konnte er erkennen, dass das Handy einen Vertrag aus Grossbritannien hatte. Daraufhin verschickte er eine Nachricht mit der Telefon-Nummer unserer Herberge an den Freund des Verlierers. Tatsaechlich! Der Verlierer rief uns an und sagte mir, dass ich das Handy zur Pilgerherberge in Burgos schicken sollte.
Der hat also nun sein Handy wieder! Er hat sich aber nicht bedankt! Aber so sind die jungen Leute heutzutage nun mal!
Die vergessene Brille.
Heute morgen fanden wir beim Reinemachen eine Brille. Die beiden Maenner, die in diesem Raum geschlafen hatten, waren bereits vor 15 Minuten gegangen. Ich hatte also keine Chance, sie einzuholen.
Ich bin also zur Bushaltestelle gelaufen und habe den Bus zum naechsten 5 km entfernten Dorf (Cizur Menor) genommen. Dort habe ich auf dem Dorfplatz gewartet. Hier mussten die beiden vorbeikommen!
Mit der Zeit kamen alle Pilger, die in unserer Herberge geschlafen hatten, vorbei. Die wunderten sich, dass ich dort wartete.
Endlich kamen die beien Maenner vorbei. Ich habe die beiden in die Dorfbar gelotst und ihnen gesagt: "Einer von Euch beiden muss mir einen ausgeben!"
Die waren ganz verduzt! Als ich ihnen in der Kneipe die Brille uebergab, waren sie mir sehr dankbar und haben mir selbstverstaendlich und freudig einen ausgegeben.
Dienstag, 30. Oktober 2007
Anspruchsvolle Pilger
Gestern hatten wir 3 anspruchsvolle Pilger. Eine Frau und 2 Maenner. Die sagten, dass sie wenig Geld haetten und sich daher keine Restaurant-Besuche leisten koennen. Sie baten darum, ob sie sich in unserer Kueche ihr Abendessen zubereiten duerften. Unsere Kueche ist sehr klein. Sie verfuegt nur ueber 2 schlappe Kochplatten. Deshalb ist sie nicht geeignet, dass die Pilger ihr Essen darin zubereiten. Aber unsere Hospitalera Ursula hatte Mitleid mit ihnen und erlaubte es ihnen. Sie gingen dann in die Stadt.
Erst um 8 Uhr kamen sie zurueck. Dannn begannen sie zu kochen! Aber nicht etwa zusammen sondern jeder kochte fuer sich. Die Kueche war bis 22:00 Uhr von denen beschlagnahmt. Sie gingen ungeniert in unsere Vorratskammer und bedienten sich ohne zu fragen an unseren Voraeten. Sie haben die Kueche verdreckt zurueckgelassen. Eine Unverschaemtheit!!
Eigentlich trifft Ursula am Abend die Vorbereitungen fuer das Fruehstueck. Das ging nun nicht. Ursula ist vor Wut ins Bett gegangen.
Erst um 8 Uhr kamen sie zurueck. Dannn begannen sie zu kochen! Aber nicht etwa zusammen sondern jeder kochte fuer sich. Die Kueche war bis 22:00 Uhr von denen beschlagnahmt. Sie gingen ungeniert in unsere Vorratskammer und bedienten sich ohne zu fragen an unseren Voraeten. Sie haben die Kueche verdreckt zurueckgelassen. Eine Unverschaemtheit!!
Eigentlich trifft Ursula am Abend die Vorbereitungen fuer das Fruehstueck. Das ging nun nicht. Ursula ist vor Wut ins Bett gegangen.
Montag, 29. Oktober 2007
Die Pilgersaison neigt sich dem Ende zu.
eil sich die Pilgersaison dem Ende zuneigt, haben wir nur noch wenige Gaeste. Es waren in den letzten Naechten nur zwischen 4 und 6 Pilger. Das reicht gerade mal um unsere Reinmachefrau zu bezahlen.
Keine Spanier sondern Basken!
Heute kamen 2 Pilger ins Haus. Ich fragte sie: Seid Ihr Spanier? Die Antwort war: Nein, Basken!
Keine Spanier sonden Katalanen!
3 Pilger kamen anschliessend rein und sie sagten, dass sie keine Spanier sonden Katalanier seien.
Das ist so, als ob man einen Schotten fragen wuerde, ob er Englaender sei. Dagegen wuerde er heftig protestieren. Er sei Schotte nnd nicht Englaender!!
Last mit den Kleinkriminellen!
Die Kleinkriminellen fallen uns zur Last. Vorgestern nachmittag stellten wir fest, das ein Sprayer unsere Hauswand und sogar unsere Fenster beschmiert hat. Wir haben davon nichts mitbekommen, obwohl wir im Hause waren.
Gestern Nachmittag hat uns ein deutsches Ehepaar besucht. Der Mann war im Sommer den Camino gegangen und war jetzt mit seiner Frau im Wohnmobil auf dem Camino unterwegs, um ihr dem Camino zu zeigen.
Er hat nur eine halbe Stunde mit uns geplaudert. Dann kam er aufgeregt zurueck. Man hat die Scheibe in seinem Wohnmobil zertruemmert, das Radio, sein Mobil-Telefon, ein Fernglas und weitere Dinge gestohlen. Und das auf einem oeffentlichem Parkplatz am hellen Nachmittag innerhalb nur von 30 Minuten!!
Der Dieb hat diesem Ehepaar ihre Camino-Reise wohl endgueltig verdorben!!
Wir duerfen unsere Waesche und die der Pilger nicht ueber Nacht auf der Leine lassen. Die wird dort heruntergerissen und in den Fluss geworfen.
Keine Spanier sondern Basken!
Heute kamen 2 Pilger ins Haus. Ich fragte sie: Seid Ihr Spanier? Die Antwort war: Nein, Basken!
Keine Spanier sonden Katalanen!
3 Pilger kamen anschliessend rein und sie sagten, dass sie keine Spanier sonden Katalanier seien.
Das ist so, als ob man einen Schotten fragen wuerde, ob er Englaender sei. Dagegen wuerde er heftig protestieren. Er sei Schotte nnd nicht Englaender!!
Last mit den Kleinkriminellen!
Die Kleinkriminellen fallen uns zur Last. Vorgestern nachmittag stellten wir fest, das ein Sprayer unsere Hauswand und sogar unsere Fenster beschmiert hat. Wir haben davon nichts mitbekommen, obwohl wir im Hause waren.
Gestern Nachmittag hat uns ein deutsches Ehepaar besucht. Der Mann war im Sommer den Camino gegangen und war jetzt mit seiner Frau im Wohnmobil auf dem Camino unterwegs, um ihr dem Camino zu zeigen.
Er hat nur eine halbe Stunde mit uns geplaudert. Dann kam er aufgeregt zurueck. Man hat die Scheibe in seinem Wohnmobil zertruemmert, das Radio, sein Mobil-Telefon, ein Fernglas und weitere Dinge gestohlen. Und das auf einem oeffentlichem Parkplatz am hellen Nachmittag innerhalb nur von 30 Minuten!!
Der Dieb hat diesem Ehepaar ihre Camino-Reise wohl endgueltig verdorben!!
Wir duerfen unsere Waesche und die der Pilger nicht ueber Nacht auf der Leine lassen. Die wird dort heruntergerissen und in den Fluss geworfen.
Freitag, 26. Oktober 2007
Voelkerverstaendigung an der Basis
Wir Hospitaleros verbreiten den Ruf unserer Stadt und unseres Landes in alle Welt. Ich habe viele Verlage angeschrieben, das sie bitte unsere Herberge in ihre Pilgerfuehrer aufnehmen. Die Casa Paderborn steht bereits in Pilgerfuehrern in vielerlei Sprachen. Ein japanischer Pilger zeigte mir sogar den Namen "Casa Paderborn" in seinem japanischen Pilgerfuehrer.
Unser Gaestebuch ist voll von Lob der Pilger aus allen Nationen und in vielen Sprachen.
Wir haben hier Menschen aus vielerlei Laendern und Kulturen. Es waren sogar 2 Maedchen aus Israel unsere Gaeste. Sie waren praktizierende Juedinnen. Eigentlich ist die Kueche nicht geeignet, dass die Pilger Ihr Essen darin zubereiten. Sie baten aber unsere Hospitalera Ursula, ob sie sich wohl in unserer Kueche ihr koscheres Mahl zubereiten duerften. Das wurde ihnen selbstverstaendlich erlaubt.
Die beiden waren so unbedarft, dass sie sich in ihrer Heimat Israel keinen Pilgerfuehrer gekauft hatten. Sie glaubten, dass sie sich hier einen Pilgerfuehrer auf Englisch kaufen konnten. Nix da. Hier gibt es selbst in der groessten Buchandlung der Stadt keinen Pilgerfuehrer auf Englisch. Ich habe sie darauf mit einem Pilgerfuehrer auf Englisch versorgt, den ein frueherer Pilger bei uns liegen gelassen hat.
Die Arbeit als Hospitalero ist kein Zuckerschlecken!! Um 5:30 aufstehen und ab 6:00 Uhr das Fruehstueck fuer die Pilger zubereiten. Kurz nach 6:00 Uhr stehen die ersten hungrigen Pilger im Speiseraum. Eigentlich sollten die letzten Pilger die Herberge um 8:00 Uhr verlassen haben. Aber es gibt immer einige Troedler, die erst um 8:30 Uhr abmarschieren. Alle Pilger muessen verabschiedet werden und auf die Schwierigkeiten der kommenden Etappe hingewiesen werden.
Ab 8:30 beginnen wir mit der Reinigung des ganzen Hauses. Das ist eine wahre Keulerei!! Danach muessen Einkaeufe getaetigt werden (Brot, Butter, Marmelade fuer das Fruehstueck, Toilettenpapier und so weiter).
Waehrend dieser Zeit muss immer einer von uns im Hause sein, da bereits am Vormittag die ersten Pilger eintreffen. Wir bieten denen an, ihre Rucksaecke in unserem Keller abzustellen und sich danach auf Entdeckungsreise durch Pamplona zu begeben. So gegen 12:00 haben wir unser Mittagessen. Um 13:00 oeffnen wir die Herberge. Danach treffen langsam die Pilger ein. Sie muessen eingecheckt und mit den Regeln unserer Herberge vertraut gemacht werden. Danach wird ihnen ihr Bett zugewiesen.
Um 22:00 schliessen wir die Herberge und fallen dann totmuede auf unsere Pritsche. Aber es gibt hin und wieder auch Pilger, die sich am Abend in der Stadt verlaufen und darum zu spaet kommen und dann noch Einlass begehren. Wir wollen ja nicht so ganz herzlos sein und und einer von uns steht dann auf und laesst diese verspaeteten Gaeste noch ein.
Obwohl unsere Herberge erst am 1. April 2006 eroeffnet wurde, ist sie auf dem Camino wegen ihrer Gemuetlichkeit und der Herzlichkeit der Hospitaleros beruehmt. Wir Hospitaleros sind wahrlich die Botschafter unserer Stadt und unseres Landes hier.
Die Einladung zu der Veranstaltung des deutsch-spanischen Vereins habe ich von einem einheimischen Freund und Foerderer unserer Herberge erhalten.
Ich habe erst gezoegert, ob ich dort hingehen sollte. Ich hatte ja keine angemessene Kleidung dabei. Wer nimmt schon einen dunklen Anzug und eine Krawatte auf den Camino? ;-)
Ich habe aber trotzden die Gelegenheit beim Schopfe gefasst. So konnte ich vielen Einheimischen von der Existenz unserer Casa Paderborn und unserer Arbeit als Hospitaleros berichten.
Dass zu diesem Ereignis auch eine Delegation der Stadt Paderborn kommen wuerde, war mir nicht bekannt. Wie denn auch? Ich war dann total baff, als ich unter den Gaesten den ehemaligen Kollegen Manfred Schlaffer sah. Ich war ja 31 Jahre lang Beamter der Stadt Paderborn.
Mit ihm war noch ein anderer Kollege gekommen, den ich nicht kannte. Ich habe die beiden eingeladen, doch auch in unsere Herberge zu einen kurzen Besuch zu kommen. Aber deren Terminkalender war picke-packe voll und sie hatten keine Zeit dazu.
Wie kann es eigentlich angehen, dass eine offizielle Delegation der Stadt Paderborn hier eintrifft und wir wissen nichts davon und die wissen nichts von uns und unserer herberge "Casa Paderborn"? Das ist eigentlich beschaemend, dass wir so links liegengelassen wurden! Nicht nur beschaemend fuer die Stadt! Sowas schmerzt auch die Hospitaleros und Hospitaleras, dass sie mit derartiger Nichtachtung gestraft werden!! Wir setzen uns durch unsere ehrenamtliche Arbeit und sogar mit unserem finanziellen Einsatz fuer die Voelkerverstaendigung ein! Dazu muss man wissen, das wir ehrenamtlichen Helfer nicht nur unser gemuetliches Zuhause fuer diese Zeit aufgeben und unter primitiven Umstaenden hier leben muessen und auch noch die schwere Arbeit leisten. Wir erhalten von unserer Jakobusgesellschaft einen Verpflegungszuschuss von 10 Euro pro Tag. Die Kosten fuer die An- und Abreise zahlen wir aus eigener Tasche.
Unser Gaestebuch ist voll von Lob der Pilger aus allen Nationen und in vielen Sprachen.
Wir haben hier Menschen aus vielerlei Laendern und Kulturen. Es waren sogar 2 Maedchen aus Israel unsere Gaeste. Sie waren praktizierende Juedinnen. Eigentlich ist die Kueche nicht geeignet, dass die Pilger Ihr Essen darin zubereiten. Sie baten aber unsere Hospitalera Ursula, ob sie sich wohl in unserer Kueche ihr koscheres Mahl zubereiten duerften. Das wurde ihnen selbstverstaendlich erlaubt.
Die beiden waren so unbedarft, dass sie sich in ihrer Heimat Israel keinen Pilgerfuehrer gekauft hatten. Sie glaubten, dass sie sich hier einen Pilgerfuehrer auf Englisch kaufen konnten. Nix da. Hier gibt es selbst in der groessten Buchandlung der Stadt keinen Pilgerfuehrer auf Englisch. Ich habe sie darauf mit einem Pilgerfuehrer auf Englisch versorgt, den ein frueherer Pilger bei uns liegen gelassen hat.
Die Arbeit als Hospitalero ist kein Zuckerschlecken!! Um 5:30 aufstehen und ab 6:00 Uhr das Fruehstueck fuer die Pilger zubereiten. Kurz nach 6:00 Uhr stehen die ersten hungrigen Pilger im Speiseraum. Eigentlich sollten die letzten Pilger die Herberge um 8:00 Uhr verlassen haben. Aber es gibt immer einige Troedler, die erst um 8:30 Uhr abmarschieren. Alle Pilger muessen verabschiedet werden und auf die Schwierigkeiten der kommenden Etappe hingewiesen werden.
Ab 8:30 beginnen wir mit der Reinigung des ganzen Hauses. Das ist eine wahre Keulerei!! Danach muessen Einkaeufe getaetigt werden (Brot, Butter, Marmelade fuer das Fruehstueck, Toilettenpapier und so weiter).
Waehrend dieser Zeit muss immer einer von uns im Hause sein, da bereits am Vormittag die ersten Pilger eintreffen. Wir bieten denen an, ihre Rucksaecke in unserem Keller abzustellen und sich danach auf Entdeckungsreise durch Pamplona zu begeben. So gegen 12:00 haben wir unser Mittagessen. Um 13:00 oeffnen wir die Herberge. Danach treffen langsam die Pilger ein. Sie muessen eingecheckt und mit den Regeln unserer Herberge vertraut gemacht werden. Danach wird ihnen ihr Bett zugewiesen.
Um 22:00 schliessen wir die Herberge und fallen dann totmuede auf unsere Pritsche. Aber es gibt hin und wieder auch Pilger, die sich am Abend in der Stadt verlaufen und darum zu spaet kommen und dann noch Einlass begehren. Wir wollen ja nicht so ganz herzlos sein und und einer von uns steht dann auf und laesst diese verspaeteten Gaeste noch ein.
Obwohl unsere Herberge erst am 1. April 2006 eroeffnet wurde, ist sie auf dem Camino wegen ihrer Gemuetlichkeit und der Herzlichkeit der Hospitaleros beruehmt. Wir Hospitaleros sind wahrlich die Botschafter unserer Stadt und unseres Landes hier.
Die Einladung zu der Veranstaltung des deutsch-spanischen Vereins habe ich von einem einheimischen Freund und Foerderer unserer Herberge erhalten.
Ich habe erst gezoegert, ob ich dort hingehen sollte. Ich hatte ja keine angemessene Kleidung dabei. Wer nimmt schon einen dunklen Anzug und eine Krawatte auf den Camino? ;-)
Ich habe aber trotzden die Gelegenheit beim Schopfe gefasst. So konnte ich vielen Einheimischen von der Existenz unserer Casa Paderborn und unserer Arbeit als Hospitaleros berichten.
Dass zu diesem Ereignis auch eine Delegation der Stadt Paderborn kommen wuerde, war mir nicht bekannt. Wie denn auch? Ich war dann total baff, als ich unter den Gaesten den ehemaligen Kollegen Manfred Schlaffer sah. Ich war ja 31 Jahre lang Beamter der Stadt Paderborn.
Mit ihm war noch ein anderer Kollege gekommen, den ich nicht kannte. Ich habe die beiden eingeladen, doch auch in unsere Herberge zu einen kurzen Besuch zu kommen. Aber deren Terminkalender war picke-packe voll und sie hatten keine Zeit dazu.
Wie kann es eigentlich angehen, dass eine offizielle Delegation der Stadt Paderborn hier eintrifft und wir wissen nichts davon und die wissen nichts von uns und unserer herberge "Casa Paderborn"? Das ist eigentlich beschaemend, dass wir so links liegengelassen wurden! Nicht nur beschaemend fuer die Stadt! Sowas schmerzt auch die Hospitaleros und Hospitaleras, dass sie mit derartiger Nichtachtung gestraft werden!! Wir setzen uns durch unsere ehrenamtliche Arbeit und sogar mit unserem finanziellen Einsatz fuer die Voelkerverstaendigung ein! Dazu muss man wissen, das wir ehrenamtlichen Helfer nicht nur unser gemuetliches Zuhause fuer diese Zeit aufgeben und unter primitiven Umstaenden hier leben muessen und auch noch die schwere Arbeit leisten. Wir erhalten von unserer Jakobusgesellschaft einen Verpflegungszuschuss von 10 Euro pro Tag. Die Kosten fuer die An- und Abreise zahlen wir aus eigener Tasche.
Dienstag, 23. Oktober 2007
Festakt des Deutsch-Spanischen Vereins
Hier gibt es einen Deutsch-Spanischen Verein. Gestern, am Montag, 22.10.07 wurde zum 15. mal die deutsch spanischen Kulturwochen begonnen. Die Veranstaltung fand in einem praechtigen Festsaal oberhalb des beruehmten Cafés "Iruña" stattt. Das Café Iruña bruestet sich, dass Hemmingway hier verkehrt hat. Das bedeutet aber hier in Pamplona nicht viel. Hemmingway hat auf seinen Sauftouren durch Pamplona viele Kneipen aufgesucht.
Das Café Iruñna an sich ist bereits eine Sehenswuerdigkeit. Ein wunderbarer Saal im Jugendstil.
Oberhalb dieses Cafés befindet sich ein praechtiger Festsaal. Grosse Kristall-Spiegel und auch grosse und prachtvolle Kristalleuchter. Die hoelzerne Kassettendecke wird von hoelzernen Figuren getragen . Der gesamte Saal steht unter Denkmalschutz!
Es waren hochrangige Vertreter aus Politik und Kultur anwesend. Sogar ein Vertreter des deutschen Botschafters aus Madrid und der hiesige Konsul. Auch 2 Vertreter der Stadt Paderborn waren anwesend. Es wurden Reden ueber Voelkerfreundschaft usw geschwungen. Die meisten Anwesenden waren recht festlich gekleidet. Und ich in meinem Trekinganzug mitten drin. Aber ich leide ja nicht gerade an mangelndem Selbstwertgefuehl. Ich habe mich deshalb erdreistet, gegenueber dem Vertreter des Botschafters zu erwaehnen, dass nicht die Promis in ihren schwarzen Anzuegen und mit den edlen Krawatten, die die grossen Reden vor handverlesenem Publikum schwingen, die Traeger der Voelkerverbindung seien sondern wir kleinen in unseren Treckinganzuegen, die mitten unter der einheimischen Bevoelkerung leben. Er musste mir recht geben.
Anschliessend gab es ein kleines Bankett sogar mit Freibier :-)
Das Café Iruñna an sich ist bereits eine Sehenswuerdigkeit. Ein wunderbarer Saal im Jugendstil.
Oberhalb dieses Cafés befindet sich ein praechtiger Festsaal. Grosse Kristall-Spiegel und auch grosse und prachtvolle Kristalleuchter. Die hoelzerne Kassettendecke wird von hoelzernen Figuren getragen . Der gesamte Saal steht unter Denkmalschutz!
Es waren hochrangige Vertreter aus Politik und Kultur anwesend. Sogar ein Vertreter des deutschen Botschafters aus Madrid und der hiesige Konsul. Auch 2 Vertreter der Stadt Paderborn waren anwesend. Es wurden Reden ueber Voelkerfreundschaft usw geschwungen. Die meisten Anwesenden waren recht festlich gekleidet. Und ich in meinem Trekinganzug mitten drin. Aber ich leide ja nicht gerade an mangelndem Selbstwertgefuehl. Ich habe mich deshalb erdreistet, gegenueber dem Vertreter des Botschafters zu erwaehnen, dass nicht die Promis in ihren schwarzen Anzuegen und mit den edlen Krawatten, die die grossen Reden vor handverlesenem Publikum schwingen, die Traeger der Voelkerverbindung seien sondern wir kleinen in unseren Treckinganzuegen, die mitten unter der einheimischen Bevoelkerung leben. Er musste mir recht geben.
Anschliessend gab es ein kleines Bankett sogar mit Freibier :-)
Sonntag, 21. Oktober 2007
Nochmal der falsche Baske
Hier in Pamplona sieht man viel mehr Maenner mit Baskenmuetze.
Ich habe inzwischen einige Worte Baskisch gelernt. Wenn ich in eine Bar oder einen Laden reinkomme gruesse ich auf baskisch. Die Einheimischen grinsen dann breit.
Sowas schafft Pluspunkte!
Das Wetter hier ist herrlich. 15 Grad und Sonnenschein. Die Leute sitzen in den Strassencafes. Soeben habe ich mit 2 Fahrradfahrern gesprochen. sie sagten, dass in Roncesvalles in 950 m Hoehe (Dem ersten Ort auf spanischem Boden in den Pyrieneen) die Landschaft unter einer Schneedecke liegt.
Die Pilgersaison neigt sich ihrem Ende zu. Gestern hatten wir nur 3 Gaeste. Dann wird es langsam langweilig. Aber ich habe im Hause immer was zu tun.
Ich habe inzwischen einige Worte Baskisch gelernt. Wenn ich in eine Bar oder einen Laden reinkomme gruesse ich auf baskisch. Die Einheimischen grinsen dann breit.
Sowas schafft Pluspunkte!
Das Wetter hier ist herrlich. 15 Grad und Sonnenschein. Die Leute sitzen in den Strassencafes. Soeben habe ich mit 2 Fahrradfahrern gesprochen. sie sagten, dass in Roncesvalles in 950 m Hoehe (Dem ersten Ort auf spanischem Boden in den Pyrieneen) die Landschaft unter einer Schneedecke liegt.
Die Pilgersaison neigt sich ihrem Ende zu. Gestern hatten wir nur 3 Gaeste. Dann wird es langsam langweilig. Aber ich habe im Hause immer was zu tun.
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